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Jubiläum beim OGV Ommersheim
Liebe zur Natur verbindet seit Generationen

Großer Bahnhof zum Jubiläum: Staatssekretär Ulli Meyer, Gartenbauverbandsvorsitzender Clemens Lindemann, Bürgermeister Gerd Tussing sowie Manfred Bubel, OGV-Vorsitzender von Niederwürzbach, gratulierten den beiden Ommersheimer OGV-Vorsitzenden Martin Eifler und Jürgen Berresheim (von links) zum 110-jährigen Bestehen des Obst- und Gartenbauvereines.
Großer Bahnhof zum Jubiläum: Staatssekretär Ulli Meyer, Gartenbauverbandsvorsitzender Clemens Lindemann, Bürgermeister Gerd Tussing sowie Manfred Bubel, OGV-Vorsitzender von Niederwürzbach, gratulierten den beiden Ommersheimer OGV-Vorsitzenden Martin Eifler und Jürgen Berresheim (von links) zum 110-jährigen Bestehen des Obst- und Gartenbauvereines. FOTO: Jörg Martin
Ommersheim. Auf stolze 110 Jahre pflanzen, pflegen, pflücken und genießen blickt der Obst- und Gartenbauverein Ommersheim jetzt zurück. Von Jörg Martin

„Wir haben das schönste Hobby, das es gibt“, erinnerte Clemens Lindemann die Anwesenden am Samstagnachmittag. Der Vorsitzende des Verbandes der Gartenbauvereine in Deutschland besuchte den Obst- und Gartenbauverein (OGV) Ommersheim anlässlich der Feier zum 110-jährigen Vereinsbestehen. In der Kelterei in der Neuwiesstraße erinnerte Lindemann an das Jahr 1908. Damals sei man auf einen Garten angewiesen gewesen. Denn es gab noch keine Supermärkte und es war für die Eltern eine Herausforderung, die Familie über die Runden zu bringen. Auch heute sei es wichtig, wenn auch unter veränderten Rahmenbedingungen, dass die Obst- und Gartenbauvereine den „Boden fruchtbar halten“, so der Vorsitzende weiter.


Der frühere Landrat erinnerte die Anwesenden bei der Feier an das Motto der Gartenbauer: „Pflanzen, pflegen, pflücken und genießen“, sei nicht nur ein Spruch. „Die Zusammenarbeit ist insbesondere für den Erhalt der Landschaft wichtig“, hatte bereits am frühen Nachmittag Finanzstaatssekretär Ulli Meyer die Arbeit des OGV Ommersheim gelobt. Er war für den Ministerpräsidenten als Schirmherr eingesprungen, nachdem Tobias Hans verhindert war. Meyer ist mit dem Jubilar vor allem familiär verbunden. Seine Frau stammt aus Ommersheim und der Schwiegervater war im OGV aktiv. Aus diesem Grund brachte er auch einen Apfelbranntwein von 1988 mit. Dieser bestach nicht nur wegen seines Alters, sondern auch wegen seines Alkoholgehalts von 45 Volumen-Prozent.

Stolz zeigte sich auch Martin Eifler, der zusammen mit Jürgen Berresheim den Vorsitz des OGV ausübt. „Wir pflanzen, wenn Eltern das wünschen, für ihr Kind einen Baum auf unserer Streuobstwiese“, so Eifler gegenüber der SZ. Man brauche nur mittlerweile ein weiteres Gelände, da auf der Wiese mittlerweile kein Platz mehr für weitere Bäume ist. Zudem mache sich beim 200 Mitglieder zählenden Verein die Demografie bemerkbar.



Von früher einmal 16 000 Liter Schnaps, die pro Ernte gebrannt wurden, sind es jetzt gut 10 000 Liter weniger. Die Plantagen würden nicht mehr alle bewirtschaftet, führt Eifler als Grund an. Dabei sei diese Beschäftigung mehr als ein Hobby. Wie Jürgen Berresheim erklärte, wären die Zollbestimmungen sehr streng. „Die Vorgehensweise beim Brennen ist genau geregelt“, so der Gartenbauer. Unangemeldete Zoll-Kontrollen könnten durchaus der Fall sein. „Die Strafen können hoch sein. Bis zum Entzug der Brennerlaubnis“, so Berresheim weiter. Doch soweit kam es glücklicherweise noch nicht.

Beim anschließenden Rundgang überzeugten sich Clemens Lindemann und Ulli Meyer von der Anlage des Vereins. Dabei nahmen sie auch die Presse von 1956 in Augenschein und wohnten einem Schaubrand bei. Auch die Ortsvereine von Ommersheim ließen es sich nicht nehmen, dem Geburtstagskind zu gratulieren. „Ihr habt ja zehn Mal Elfjähriges“, scherzte etwa Florian Kempf, Vorsitzender des Karnevalsvereins Die Sackschisser.