Pfälzerwald-Verein Zweibrücken : Süße Belohnung nach der Wanderung

Auch in diesem Jahr kam der Nikolaus zur Familienwanderung des Pfälzerwald-Vereins Zweibrücken. Rund 80 große und kleine Wanderer hatten sich am Sonntag von der Fasanerie aus auf den Weg zur Hahnberghütte gemacht.

Es ist eine jahrzehntelange Tradition, die der Pfälzerwald-Verein (PWV) Zweibrücken aufrecht erhält: Anfang Dezember findet die große Nikolauswanderung statt. Und während die Teilnehmer sich auf dem Tschifflick-Parkplatz trafen, hatten die zahlreichen Helfer an der Hahnberghütte schon einiges zu tun. Selbst gebackene Kuchen mussten angerichtet und Glühwein, Kinderpunsch und Kaffee mussten gekocht werden, die Tische im Außenbereich wurden geschmückt und natürlich entfachten die Vereinsmitglieder auch dieses Jahr wieder ein großes Feuer für das Stockbrot-Rösten zum Abschluss der Wanderung. Andere Helfer luden die Geschenke in einen Leiterwagen und eine Schubkarre. Denn ein Höhepunkt der Wanderung ist natürlich das Zusammentreffen mit dem Nikolaus im Wald.

Inzwischen hatten sich annähernd 80 große und kleine Wanderer auf den Weg zur Hütte gemacht. Kerstin Nikolaus – der Name ist Programm – führte die Gruppe auf einer etwa vier Kilometer langen Tour durch den winterlichen Wald. „Der Pfälzerwald-Verein macht diese Wanderung schon ewig“, erinnerte sie sich, „ich war schon als Kind dabei.“ Und auch dieses Mal erschien plötzlich der Nikolaus mit seinem roten Mantel, dem weißen Bart und dem Hirtenstab in der Hand. „Wer kennt ein Gedicht?“, fragte er die Kinder, die mit leuchtenden Augen auf die Geschenke warteten. Der kleine Jakob traute sich als erster und rezitierte „Advent, Advent, ein Lichtlein brennt“. Mit kräftiger Unterstützung von Kerstin Nikolaus sangen die Wanderer noch „Lasst uns froh und munter sein“, dann bekam jedes Kind eine Tüte mit Plätzchen, Schokolade und einem Apfel.

Kerstin Nikolaus ist eine erfahrene Wanderführerin und beim Verein für die Familienwanderungen zuständig. Diese leichten Touren von höchstens acht Kilometern Länge bieten unterwegs immer etwas zum Schauen oder zahlreiche Erlebnisse für Kinder und Eltern. „Die Kinder laufen gerne mit“, zeigte sich Kerstin Nikolaus überzeugt.

Auch der PWV-Vorsitzende Jürgen Grauwickel blickte optimistisch in die Zukunft: „Wir haben eine Menge Mitglieder dazu bekommen, die Mitgliederzahl liegt jetzt bei 350.“ Der Verein hofft, es kommen weitere Interessenten dazu. Hüttendienst – so Grauwickel – müsse man nicht zwingend machen, auch wenn es gern gesehen ist. Zurzeit baut der Verein gerade eine neue Küche in die erste Etage der Hütte ein. Wenn es dann mit der Genehmigung klappt, können wieder Wander- oder Jugendgruppen auf der Hahnberghütte übernachten. 15 Betten in Mehrbettzimmern stehen dafür zur Verfügung.

Im Laufe des Dezembers werden die Wanderungen für das kommende Jahr besprochen, zwölf Touren will der Verein wieder anbieten. Auch das Pfingst-Zeltlager ist schon fest geplant. „Während der Pandemie konnte sich die Wanderjugend nicht im Vereinsheim treffen. Viele sind weggeblieben und auch von den Betreuern sind manche für Studium oder Beruf aus Zweibrücken weggegangen. Jetzt wollen wir den Jugendbereich wieder beleben“, informierte Jürgen Grauwickel.

Am 8. Januar steht beim Verein das Jahresansingen auf dem Programm. Bei diesem Treffen auf der Hütte singen die Pfälzerwäldler Wander- und Fahrtenlieder zur Gitarre, ganz wie in früheren Zeiten. „Mir hat die Fahrtenlieder Willi Schwartz, bekannt als der Rote Baron von den Nerother Wandervögeln, beigebracht“, erinnerte sich Jürgen Grauwickel, „in meiner Jugend habe ich fast ganz Westeuropa durchwandert.“

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