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Der akademischen Linie treu

Moritz Laßmann (dritter Platz), Maximilian Guth und Martin Sadowski (beide Platz eins, von links) waren die glücklichen Gewinner des vierten Kompositionswettbewerbs der Stadt Homburg und des Homburger Sinfonieorchesters. Foto: Thorsten Wolf
Moritz Laßmann (dritter Platz), Maximilian Guth und Martin Sadowski (beide Platz eins, von links) waren die glücklichen Gewinner des vierten Kompositionswettbewerbs der Stadt Homburg und des Homburger Sinfonieorchesters. Foto: Thorsten Wolf FOTO: Thorsten Wolf
Homburg. Beim Kompositionswettbewerb der Stadt Homburg sind die Teilnehmer der akademischen Linie treu geblieben. Das heißt aber nicht, dass es hier „Schubladen-Kompositionen“ gab. Im Gegenteil. Die Veranstalter notieren hohe Qualität. Thorsten Wolf

Zwei erste Plätze und ein Dritter, das ist das Ergebnis des nunmehr vierten Kompositionswettbewerbs der Stadt Homburg . Ganz oben auf dem Treppchen landeten Maximilian Guth mit seinem Werk "Hora" und Martin Sadowski mit seinem "Concertino", Moritz Laßmann macht mit seiner "Groteske" das Gewinner-Trio komplett. Damit stellten die drei am Sonntagabend im Homburger Saalbau beim Konzert des Homburger Sinfonieorchesters (HSO) unter der Leitung von Jonathan Kaell auch den Löwenanteil des Programms, galt es doch, die drei Siegerwerke öffentlich zu präsentieren - und am Ende auch einen Publikumspreis zu vergeben. Den sicherte sich nach einer Abstimmung in der Pause Moritz Laßmann mit seinem überaus kurzen Werk "Groteske". Einer war über diese Entscheidung mit Sicherheit gar nicht überrascht: HSO-Dirigent Jonathan Kaell. Der hatte schon vor Beginn des großen Konzertabends im Gespräch mit unserer Zeitung auf Laßmann gesetzt, "dessen Werk ist mit Sicherheit das zugänglichste im Programm der Preisträger".

Kaell ließ auch ein wenig hinter die Kulissen des Kompositions-Wettbewerbs an sich blicken. Der habe unter der Titel "Gratwanderung" gestanden und habe eigentlich die Tür von der reinen Klassik hin zum Jazz öffnen sollen. Allerdings hätten die Komponisten diese Schwelle nicht wirklich überschritten, sondern eigentlich nur einen Blick hinüber gewagt. "Es war den Komponisten offen gelassen, ob sie Jazz-Elemente mitverarbeiten." Von dieser Freiheit sei allerdings relativ wenig Gebrauch gemacht worden, "alle Kompositionen sind doch sehr in der akademischen Linien geblieben. Es war keine dabei, die sich so richtig in die Jazz-Schiene rein gewagt hat. Aber die durchschnittliche Qualität der Einreichungen war höher als in der Vergangenheit."

Dies habe, dessen war sich Kaell sicher, daran gelegen, dass das ausgelobte Thema verhindert habe, dass Bewerber "Schubladen-Kompositionen" einreichten. "Deswegen hat es sich schon ausgezahlt, dass man einen ganz spezifischen Schwerpunkt gesetzt hat."

Kaell skizzierte weiter einen nicht einfachen Weg hin zu den Preisträgern. "Das war eine schwierige Sache, wir haben lang mit der Entscheidung gerungen." So hätten sich die Werke von Guth und Sadowski jeweils eigenständig in Sachen kompositorischer Qualität vom "Rest" der Einreichungen abgehoben - ohne sich dabei allerdings untereinander ausstechen zu können.

Guth's "Hora" ist mit ihrem aktuellem Bezug auf den Konflikt von Religionen und Kulturen sehr sehr intim und klanglich, "sehr schön gemacht und für uns eindeutig ein erster Platz". Sadowskis "Concertino" sei zwar ein bisschen spröde, kopflastig und auch ein wenig "obsessiv", habe aber Energie und Drive. "Es sind sehr verschiedenartige Stücke, und das macht den Abend relativ bunt." Für diese Vielfarbigkeit sorgte auch Guy Goethals als Solist am Saxofon, der für die drei Siegerkompositionen das HSO verstärkte.

Rund um die Präsentation der drei Gewinner und ihrer Arbeiten servierte das HSO als Auftakt und Finale des Abends Bernsteins "Candide Ouvertüre" und Tschaikowskys Sinfonie Nr. 5 in e-Moll.


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Auf einen Blick Mit dem Kompositionswettbewerb der Stadt Homburg und des Homburger Sinfonieorchesters, haben es sich die Macher zum einen zur Aufgabe gemacht, junge Komponistinnen und Komponisten zu fördern, zum anderen will man auf diesem Weg den Stellenwert Homburgs in der Kulturlandschaft mit einem zusätzlichen Alleinstellungsmerkmal aufwerten. thw