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Neue Kompositionen im Saalbau

Neue Kompositionen im Saalbau

Die Stadt Homburg lobt regelmäßig einen Kompositions-Preis aus. Siegerin des diesjährigen Wettbewerbs ist Katrin Klose, die schon vor einigen Woche im Zuge des Auswahlprozesses die Jury mit ihrem Werk „In die Sonnenweiten“ überzeugen konnte.

Die Preisträger des dritten Kompositionswettbewerbs der Stadt Homburg heißen Katrin Klose, Patrick Hemmerich und Hyun-Jin Yun. Am vergangen Sonntagabend beim großen Sinfoniekonzert "Aus der alten Welt" des Sinfonieorchesters Homburg im Saalbau wurden die drei Nachwuchs-Komponisten geehrt. Doch nicht nur das. Im ersten Teil des Abends standen die Werke von Klose, Hemmerich und Yun im Mittelpunkt. Dabei konnte Yuns Arbeit "Eden II", der Süd-Koreaner studiert derzeit an der Hochschule für Musik in Hamburg, gleich zu Beginn mit einem überaus komplexen und mitunter nicht immer eingängigen Charakter überzeugen.

Die Komposition "Erinnerungen" aus der Feder von Patrick Hemmerich hingegen kleidete sich zugänglich. So verwunderte es nicht, dass sich der in Speyer geborene Kompositions-Autodidakt am Sonntagabend auch den Publikumspreis sichern konnte. Im eigentlichen Kompositionswettbewerb landeten er und Hyun-Jin Yun gemeinsam auf dem dritten Platz. Siegerin des Wettbewerbs ist Katrin Klose, die schon vor einigen Woche im Zuge des Auswahlprozesses die Jury mit ihrem Werk "In die Sonnenweiten" überzeugte und sich den ersten Platz sicherte.

Klose, geboren im bayerischen Sulzbach-Rosenberg, zeigte sich nach der Präsentation ihres Werkes durch das Homburger Sinfonieorchester und der offiziellen Preisübergabe sichtlich glücklich. Gefragt, wie es sei, wenn man die eigene Komposition in der Form wie am Sonntag zum ersten Mal selbst hören würde, sagte Klose: "Es ist ziemlich unbeschreiblich. Man arbeitet ja recht lange an einem solchen Werk, man hat gewisse Vorstellungen. Wenn man es dann das erste Mal mit Orchester hört, dann ist das schon ein tolles Erlebnis." Ein knappes halbes Jahr habe sie an "In die Sonnenweiten" gearbeitet. "Ich hatte eine Grundidee von dem, was ich mit diesem Stück ausdrücken will und welche Entwicklung das Werk nehmen soll. Damit gepaart sind gewisse kompositorische Ideen. Und die ergeben dann nach und nach das Stück."

Jonathan Kaell, der musikalische Leiter des Homburger Sinfonieorchesters, nahm sich in der Pause und bevor der zweite Teil des Abends Dvoraks Cellokonzert in h-moll und Coplands Rodeo bringen sollte, Zeit, um alle drei Siegerkompositionen einzuordnen. "Das mittlere Werk von Patrick Hemmerich war das am wenigsten experimentelle. Es war sehr tonal und nach einer programmatischen Idee geschrieben, die gut nachvollziehbar war." Dagegen habe das erste Stück des Abends, "Eden II" von Hyun-Jin Yun, einen deutlichen asiatischen Einschlag gehabt. Kaell: "Das lebt natürlich von dieser Ruhe im Stück selbst, von den Momenten, in denen nichts passiert. Diese Spannung muss man durchhalten können. Und ich finde, das haben wir heute Abend sehr gut gemeistert."

Der Siegerarbeit von Katrin Klose attestierte er eine Charakter "ganz im Sinne der akademischen und zeitgenössischen Musik. Das Werk ist sehr gut orchestriert. Da kommen Klänge, die man von einem Orchester gar nicht erwartet. Auch deswegen hat mich das Stück von Anfang an begeistert." Musikalisch war also am Sonntag alles im Lot. Leider blieb der Saalbau nur halb gefüllt, ganze Reihen waren leer.

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Auf einen BlickDen ersten Preis beim dritten Kompositionswettbewerb sicherte sich Katrin Klose mit ihrem Werk "In die Sonnenweiten". Der zweite Platz blieb unbesetzt. Den dritten Platz teilen sich Hyun-Jin Yun mit "Eden II" und Patrich Hemmerich mit "Erinnerungen". Patrick Hemmerich konnte sich mit großem Vorsprung auch den Publikumspreis sichern. Im zweiten Teil des Abends stand Dvoraks Cello-Konzert in h-moll, Solist Benjamin Jupé, und Aaron Coplands "Rodeo" auf dem Spielplan des Homburger Sinfonieorchsters. thw