Gesichter der Einwanderung

Gesichter der Einwanderung

Im Interkulturellen Kompetenzzentrum der Arbeitskammer in Wehrden ist eine beeindruckende Fotoausstellung zu sehen. Rund 30 Schwarzweiß-Bilder zeigt hier Pasquale D'Angiolillo rund ums Thema Einwanderer im Saarland.

Mit scharfen Kontrasten Geschichten erzählen. Das möchte Pasquale D'Angiolillo mit seiner Ausstellung "Saarländische Migranten: selbstverständlich", die derzeit in Wehrden zu sehen ist. Von der Anziehungskraft der etwa 30 Fotografien kann man sich noch bis Mittwoch, 2. Oktober, im Interkulturellen Kompetenzzentrum der Arbeitskammer des Saarlandes in der Saarstraße überzeugen.

Pasquale D'Angiolillo ist in Dudweiler geboren, also waschechter Saarländer, hat aber italienische Eltern und somit selbst einen Migrationshintergrund. "Wie geht es anderen Menschen in ähnlichen Situationen?", lautete dann auch die Frage, die ihn auf die Suche nach Motiven und zu den Geschichten der Menschen trieb.

Da ist die Geschichte eines in Völklingen lebenden Türken, der bereits mehrfach Opfer von Gewalt geworden ist. Sein Haus wurde zweimal angezündet, seine Familie konnte nur mit Glück gerettet werden. Oder die Geschichte seines Landsmannes, der vor Nazi-Schmierereien in einer Völklinger Unterführung steht. Trotzdem sind sie in Deutschland geblieben. Auch eine Frage, die D'Angiolillo interessierte: "Wo ist meine Heimat?"

Doch es ist nicht nur dieser "harte Tobak", den die Besucher zu sehen bekommen. Die Bilder sind schwarzweiß gehalten, in der Nachbearbeitung hat D'Angiolillo extreme Kontraste herausgearbeitet. So verschwimmen die Hintergründe mitunter zu reinem Weiß, und der Mensch steht im Vordergrund. So möchte D'Angiolillo, hauptberuflich Fotojournalist, auch zeigen, wie viel Kreativität und Schwung Migranten in ihre neue Heimat mitbringen können. Der Italiener Pietro Ramaglia etwa war als Schlagzeuger bereits für Sarah Connor und Melanie Thornton im Einsatz. Andere Fotos zeigen spielende Kinder, türkische Hochzeiten oder auch Hasan Sahin, der sich in Völklingen als Sattler selbstständig gemacht hat - Alltagsszenen eben.

Fußball im Interkulturellen Kompetenzzentrum in Wehrden: Nach der Hausaufgabenbetreuung geht es auf den Hof; dabei spielen weder Herkunft noch Nationalität eine Rolle. Rechts ein Selbstbildnis des Fotografen Pasquale D'Angiolillo, der in rund 30 Fotografien die Geschichte saarländischer Migranten erzählt. Die Ausstellung ist noch bis 2. Oktober zu sehen. Fotos: Pasquale D'Angiolillo.

Zum Thema:

Auf einen BlickDie Ausstellung "Saarländische Migranten: selbstverständlich" von Pasquale D'Angiolillo ist bis 2. Oktober im Interkulturellen Kompetenzzentrum der Arbeitskammer des Saarlandes zu sehen ( Saarstraße 25, Wehrden, Tel. (0 68 98) 2 27 79). Ansprechpartner ist Franz Josef Koenen, E-Mail multikultur@gmx.net. boarbeitskammer.deimage-service.eumultikultur-web.de