1. Saarland

Die Saarlodris kehren in Saarbrücken zurück – als Ampelmann

Maskottchen : Aus den Saarlodris werden Ampel-Frauchen und -Männchen

Auf Senfgläsern sind sie immer noch zu haben. Im Fernsehen flimmerten sie während der Reklame dem Zuschauer entgegen. Dann verschwanden sie von der Mattscheibe. Jungen Leuten ist die meist leicht bekleidete Familie daher kaum noch ein Begriff.

Denn die grünen Männchen, mit Laub an den delikaten Stellen bedeckten Figuren sind schon seit geraumer Zeit nicht mehr im SR-Fernsehen präsent. Als Werbe-Trenner waren die Saarlodris den Fernsehzuschauern im Saarland zwischen 1984 und 2008 ein Begriff. Zwischen den einzelnen Reklamespots erzählten sie im Dialekt kurze Geschichten – Vater, Mutter, Sohn und ab 1989 auch Tochter. In Geschäften von Perl bis Homburg waren die SR-Maskottchen sogar auf Senfgläsern präsent. Auch als Figuren kamen sie auf den Markt.

Nun kehren die vom Berliner Gerhard Hahn im Auftrag des Saarländischen Rundfunks (SR) entworfenen Maskottchen zurück, zwar nicht ins Fernsehen, sondern ins Saarbrücker Straßenbild.

Seit gestern ersetzen sie die normalen Ampelmännchen am Übergang zwischen Alter Brücke und St. Johanner Markt. Saarbrückens Bürgermeister Ralf Latz (SPD) und SR-Intendant Thomas Kleist enthüllten die saarländischen Ampelmännchen am Mittag. Demnächst ist am Fuße des Halbergs, dem Sitz des Rundfunks, ebenfalls ein solcher Saarlodri-Übergang geplant. Eine Rückkehr ins Fernsehprogramm stehe aber nicht zur Debatte, sagt SR-Pressesprecher Peter Meyer. Erstaunlich aber, wie vielen Menschen die Saarlodris noch ein Begriff seien, obwohl als bewegtes Bild mit Ton schon seit mehr als zehn Jahren nicht mehr präsent. Sogar das Lied mit der Textzeile „Mir sin‘ die Saarlodris, doh guggen ‚er, ei joh!“ würden noch viele trällern können, auch jüngere Saarländer, die die Filmchen vom TV gar nicht mehr kennen. Allerdings setzt der Sender die Figuren noch für Eigenwerbezwecke ein.

So waren sie unter anderem zuletzt auf Plakaten zu sehen. Und: Die Saarlodris bleiben den Kunden auf Senfgläsern erhalten. Warum dann nicht wieder im Fernsehen? Meyer: „Das ist eine gute Frage.“ Dass die bis heute beliebten Erkennungsfiguren damals überhaupt von der Mattscheibe verschwanden, habe daran gelegen, dass Einspieler zwischen den Spots nicht mehr als zeitgemäß waren. Das ZDF indes hält bis heute an seinen Mainzelmännchen fest – und stemmt sich gegen den Zeitgeist.