Saar-Ärzte sprechen sich gegen die Kostenerstattung für Homoöpathie aus.

Diskussion um Kostenerstattung : Saar-Ärzte gegen Geld der Kassen für Homöopathie

In Frankreich müssen Patienten alternative Heilmethoden künftig aus eigener Tasche zahlen. Ein Modell, das auch hierzulande Anklang findet.

Die Ärzte im Saarland unterstützen den Vorstoß der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), wonach die Krankenkassen künftig keine Kosten mehr für homöopathische Mittel übernehmen sollten. „Homöopathie brauchen wir nicht“, sagte am Donnerstag der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung im Saarland, Dr. Joachim Meiser, gegenüber der SZ. Zuvor hatte KBV-Vorstandschef Andreas Gassen gefordert, die als Globuli bekannten Mittel nicht mehr „auf Kosten der Solidargemeinschaft“ zu fördern.

Anlass für den Vorstoß ist eine Entscheidung aus Frankreich. Dort sollen die Kassen von 2021 an keine homöopathischen Präparate mehr erstatten. Sie seien aus wissenschaftlicher Sicht „nicht ausreichend wirksam“, erklärte das dortige Gesundheitsministerium. Ein Argument, das auch die Ärzteverbände im Saarland anbringen. Dass Homöopathie trotz fehlender Belege für die Wirksamkeit beliebt sei, liege an der Skepsis gegenüber herkömmlichen Medikamenten, sagt Ärztekammer-Präsident Josef Mischo. „Man denkt, man könne dabei nichts falsch machen. Der Placebo-Effekt existiert ja.“ Nach Ansicht der Kammer sollten Patienten Behandlungen ohne wissenschaftliche Basis aus eigener Tasche zahlen. So würde zum Beispiel Geld frei, um Krebspatienten teure Medikamente zu bezahlen.

Das saarländische Gesundheitsministerium lehnt die Forderung der Ärzte ab. Homöopathie solle auch künftig „im Rahmen der freiwilligen Satzungsleistungen“ von den Krankenkassen finanziert werden, sagt Gesundheitsstaatssekretär Stephan Kolling (CDU). Laut AOK Rheinlandpfalz/ Saarland ließen sich 2018 von 1,2 Millionen Versicherten noch nicht einmal 1000 Patienten ein homöopathisches Mittel von der Kasse erstatten.

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