Deutsch-deutsche Herzlichkeit

Finsterwalde · 50 Eppelborner Bürger, angeführt von Bürgermeisterin Birgit Müller-Closset, waren zu Gast in Finsterwalde. Dort hatte man sich zum 25-jährigen Bestehen der Partnerschaft mächtig ins Zeug gelegt und sich als glänzender Gastgeber gezeigt.

 Offizielle Erneuerung der Partnerschaft zwischen Finsterwalde und Eppelborn: vorne Bürgermeister Jörg Gampe und Birgit Müller-Closset, hinten von links Hans Nicolay, Karin Pursch und Fritz-Hermann Lutz. Fotos: Heike Jungmann

Offizielle Erneuerung der Partnerschaft zwischen Finsterwalde und Eppelborn: vorne Bürgermeister Jörg Gampe und Birgit Müller-Closset, hinten von links Hans Nicolay, Karin Pursch und Fritz-Hermann Lutz. Fotos: Heike Jungmann

Wenn jemand besonders wert geschätzt wird, sagt der Saarländer "eschdamiert". Kein Ausdruck passt besser als dieser, um zu beschreiben, wie sich die Eppelborner in den vergangenen Tagen in der Partnerstadt Finsterwalde gefühlt haben.

Offensichtlich ist den Menschen in der brandenburgischen Kleinstadt die Partnerschaft, die nun stolze 25 Jahre funktioniert, außergewöhnlich viel wert. Nur so ist zu erklären, mit welchem Aufwand das Silberjubiläum gefeiert wurde. Am gestrigen Sonntagabend kamen die 50 Eppelborner müde, aber überwältigt von der Gastfreundschaft und Herzlichkeit der Menschen nach Hause zurück.

"Das ist ein Ansporn für uns, diese Gastfreundschaft im August beim Gegenbesuch den Finsterwaldern zurückzugeben", sagte Eppelborns Bürgermeisterin Birgit Müller-Closset am späten Freitagabend. Gerade war die deutsch-deutsche Partnerschaft, die vor 25 Jahren von den Bürgermeistern Fritz-Hermann Lutz für Eppelborn und Robert Bachmann für Finsterwalde per Urkunde besiegelt worden war, in einem Festakt gewürdigt und mit den heutigen Bürgermeistern Birgit Müller-Closset und Jörg Gampe erneuert worden.

Alt-Bürgermeister Lutz hatte sogar eine Hochzeit abgesagt, um beim Festakt die "Geschichte einer deutsch-deutschen Partnerschaft" authentisch wiedergeben zu können. Schließlich war er damals einer der Hauptakteure gewesen, die diese Partnerschaft gegen den anfänglichen Widerstand von Botschaftsrat Klein und anderen DDR-Funktionären durchsetzte. "Die Absage war zunächst eine Klatsche, aber ein Eppelborner gibt nie auf", sagte Lutz zur Erheiterung der Gäste im Stadtverordnetensaal des renovierten Schlosses von Finsterwalde.

Wie ernst es den Eppelbornern damals war, einen Verständigungsprozess in Gang zu setzen, verdeutlichte Lutz: "Für den Gemeinderat, auch für den Bürgermeister galt: Teilung überwinden heißt, nicht künstlich voneinander getrennt zu halten, was sich zusammengehörig fühlt." Dieser "Leitfaden" für die Partnerschaft hat sich offensichtlich bewährt. Was auch und vor allem den beiden Partnerschaftsvereinen zu verdanken ist.

Mit ihren Vorsitzenden Hans Nicolay und Karin Pursch werden Jahr für Jahr Kontakte gepflegt, damit die 730 Kilometer Entfernung schrumpfen. Als Krönung der Jubiläumsfeierlichkeiten fand am Samstag das große Stadtfest "Eppelborn trifft Finsterwalde" statt, in das Eppelborner Musiker, Künstler, Tennisspieler und sogar drei Köche eingebunden waren. Sie kochten unter anderem Dibbe labbes und Lyonerpfanne. Quasi als Vorgeschmack für den Gegenbesuch der Bürger aus Finsterwalde im August.