1. Saarland

Der Mann vom Roten Kreuz

Der Mann vom Roten Kreuz

Vor ein paar Tagen lief er durch unsere Straßen in Dudweiler, bei Dunkelheit, allein, bei strömendem Regen. In roter Uniform mit reflektierenden Streifen war er leicht erkennbar als Mann vom Roten Kreuz. Er klingelte an der Haustür und bat freundlich um eine kleine Spende. Für die Arbeit seiner Organisation, deren Hilfe so viele Menschen in Anspruch nehmen

Vor ein paar Tagen lief er durch unsere Straßen in Dudweiler, bei Dunkelheit, allein, bei strömendem Regen. In roter Uniform mit reflektierenden Streifen war er leicht erkennbar als Mann vom Roten Kreuz. Er klingelte an der Haustür und bat freundlich um eine kleine Spende. Für die Arbeit seiner Organisation, deren Hilfe so viele Menschen in Anspruch nehmen. Die älteren Herrschaften, sagte er, würden um die Uhrzeit - es war so gegen acht - niemandem mehr die Haustür öffnen. Dafür zeigte er Verständnis. Zu einem anderen Zeitpunkt muss er wiederkommen, um sein Ziel zu erreichen. Aber wann? Der Mann ist ja auch noch berufstätig - wie so viele seiner Mitstreiter im Ehrenamt. Was er da macht, nämlich Geld einsammeln, dient dem Wohl der Allgemeinheit. Aber wie lange noch? "Schreiben Sie doch mal, dass wir ganz dringend Nachwuchs brauchen", sagt der Mann vom Roten Kreuz. Damit die nützliche Arbeit weitergeht. Damit auch weiterhin Blutspendetermine möglich sind, damit der Sanitätsdienst bei Veranstaltungen aufrecht erhalten bleibt, damit die Kleiderkammer für Bedürftige auch morgen noch geöffnet ist. Der Mann vom Roten Kreuz fügt noch hinzu, dass seine Organisation sich auch alle Mühe gebe, den jungen Leuten neben ehrenamtlicher Arbeit ein bisschen Spaß zu bieten. Die Freizeit-Konkurrenz ist halt groß, Mühsal altmodisch und reichlich unbequem. Und doch möchten die ehrenamtlich tätigen Helfer - Feuerwehrleute, Johanniter, THWler und all die anderen - ihre Arbeit nicht missen. Weil sie gebraucht werden - von anderen Menschen. Was längst nicht jeder von sich behaupten kann.