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Der Blumenstrauß - von wem war der bloß? Der Rosenstrauß - er ist und bleibt der Klassiker

Der Blumenstrauß - von wem war der bloß? Der Rosenstrauß - er ist und bleibt der Klassiker

Dudweiler/Sulzbach. Der 14. Februar bringt blumig-fröhliche Stimmung ins Haus. Denn dann ist Valentinstag. Am heutigen Montag wird er begangen. Die SZ wollte mal wissen, ob das Schenken an diesem Tag noch gefragt und zeitgemäß ist. "Letztes Jahr habe ich von meinem Partner einen Bonsai bekommen

Dudweiler/Sulzbach. Der 14. Februar bringt blumig-fröhliche Stimmung ins Haus. Denn dann ist Valentinstag. Am heutigen Montag wird er begangen. Die SZ wollte mal wissen, ob das Schenken an diesem Tag noch gefragt und zeitgemäß ist. "Letztes Jahr habe ich von meinem Partner einen Bonsai bekommen. Der darf nie kaputtgehen, er steht in voller Blüte", berichtet Daniela König aus Dudweiler und schmunzelt. Die 39-Jährige wird im Juni Hochzeit feiern und freut sich vorher noch auf den Valentinstag. "An diesem Tag geht es aber nicht um berauschende Geschenke, sondern um ein Zeichen. Das kann vieles sein", so die Braut weiter.Auch Petra Schawaller aus Dudweiler sieht im Valentinstag eine Gelegenheit, innezuhalten: "Es geht nur um eine kleine Aufmerksamkeit, es müssen keine Blumen sein, es soll sichtbar werden, dass jemand an dich denkt", findet die 44-jährige Zahnarzthelferin. Dabei sei durchaus auch eine Tasse ein großartiges Geschenk. "Auch eine persönliche Tasse ist ja über Jahre präsent, man erinnert sich", meint sie. Doch an den Klassiker erinnert man sich wohl besonders gern: "Vor Jahren stand mal ein Blumenstrauß vor der Tür, und ich weiß bis heute nicht, von wem er war", verrät Evelyn Pitz-Werth aus Sulzbach. Doch der 14. Februar ist für die 34-Jährige noch etwas anderes. "Der Valentinstag ist nicht nur für Verliebte, sondern auch für Leute, die ein Zeichen verdient haben, wie Sandkasten-Freundinnen. Freundschaft ist genau so wichtig wie die Liebe", sagt sie. Inka Hartz aus St. Ingbert findet dagegen, dass der Tag der Liebenden überschätzt wird. "Der Valentinstag ist konsumüberladen, man braucht eigentlich nicht unbedingt einen extra Tag, um jemandem zu sagen, dass man ihn lieb hat", kontert die Erzieherin der Kita St. Elisabeth in Sulzbach. "Für mich zählen andere Sachen, wie füreinander einstehen. Das ist mir wichtig. Mein Freund glaubt sowieso, der Valentinstag wäre im Sommer", fügt sie lachend hinzu. Ihre Kollegin, Sandra Hubert aus Saarbrücken, wird wiederum von der blumigen Stimmung erfasst. Die 23-Jährige sieht im Tag der Liebenden einen ganz besonderen Anlass, Zuneigung zu zeigen. "Es ist ein schönes Gefühl zu wissen: Der andere denkt heute ganz besonders an mich", berichtet sie. Die Kindergärtnerin ehrt den Sinn des Tages besonders durch die Dokumentation ihrer Geschenke. "Bisher hab' ich von jedem Valentinstagsgeschenk ein Foto zur Erinnerung gemacht", verrät die Saarbrückerin.

Uber eines sind sich die Befragten einig. Denn jede hält schon eine Überraschung bereit: "Es ist zwar schwieriger, einem Mann was zu schenken, als einer Frau, aber Schenken ist am Valentinstag nicht nur Männersache", meint Petra Schawaller stellvertretend für unsere befragten Damen. Und so dürfen sich die Herren der Schöpfung schon mal auf etwas Nettes freuen.

Dudweiler. "Der Valentinstag ist ein Strahletag", sagt die Dudweiler Floristin Maria Brachetti, die seit 45 Jahren mit blumigen Grüßen zu tun hat. Viele, viele Valentinstage hat sie schon erlebt. Brachetti und ihre beiden Mitarbeiterinnen wissen, was auf sie zukommt: "Es kommen wirklich viel mehr Kunden als sonst. Und dann muss schon was fertig Gebundenes her." Denn anders als am Muttertag könne man die kleinen Themensträuße schon gut vorbereiten. "Am Muttertag werden ganz andere Sträuße verlangt: dickere, individuellere - das bedeutet am Tag selbst mehr Arbeit", sagt die Floristin.

Der typische Valentinstagsstrauß sei immer noch der Rosenstrauß. "Das ist einfach der Klassiker. Aber beliebt ist auch inzwischen ein Blumenaccessoire mit einer großkelchigen Rose, Perlenstecker und Schmuckdraht", weiß die Floristin aus Erfahrung. Dabei gehörten längst nicht nur Männer an diesem Freudentag zur Kundschaft. "Auch Frauen kaufen für ihre Männer, meist eine rote oder weiße Rose", erzählt die Kauffrau. Es sei einfach eine spezielle Stimmung in der Luft. "Die Leute kommen irgendwie noch ein bisschen freudiger daher als sonst", sagt die 65-Jährige. Dabei überrascht, wie viele Männer sich doch Gedanken um die Geschmäcker ihrer Frauen machen. Und das nicht nur die frisch Verliebten, auch Ehemänner: "Nicht nur Sträuße mit den Lieblingsblumen der Frau werden gewünscht, oft möchten die Männer ein an den einstigen Brautstrauß angelehntes Bukett", sagt Mitarbeiterin Katja Gudt. Der Valentinstag im Hause Brachetti ist manchmal auch ein Tag der Einblicke in Lebensmomente. "Ein Mann kam letztes Jahr ganz aufgeregt herein. Ein Strauß für die Ex-Frau am Valentinstag sollte es sein", erzählt Maria Brachetti. Eine Weile nach der Scheidung habe der Wiederverliebte seine Ex in der Stadt getroffen und ihn habe es vollends erwischt. "Wir haben versprochen, ihm die Daumen zu drücken", erinnert sich die Floristin. ane

"Wir haben versprochen, ihm die Daumen zu drücken."

Maria Brachetti