1. Saarland

Biontech und der Pharmakonzern Pfizer entwickeln Corona-Impfstoff

Zulassung soll schon nächste Woche beantragt werden : Mainzer Corona-Impfstoff weckt große Hoffnungen

Schon kommende Woche soll für das Mittel die Zulassung beantragt werden. Wissenschaftler empfehlen, zunächst Risikogruppen zu impfen.

Das Mainzer Unternehmen Biontech und der Pharmakonzern Pfizer haben eine entscheidende Etappe hin zu einem wirksamen Corona-Impfstoff geschafft. Die Unternehmen wollen möglicherweise bereits in der kommenden Woche eine Zulassung in den USA beantragen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will nach eigenen Worten erreichen, dass Deutschland mit als erstes beliefert wird, wenn ein deutsches Unternehmen einen Impfstoff entwickelt.

Biontech und Pfizer veröffentlichten am Montag als erste westliche Hersteller vielversprechende Ergebnisse. Demnach bietet ihr Impfstoff einen mehr als 90-prozentigen Schutz vor Covid-19. Schwere Nebenwirkungen seien bislang nicht registriert worden. Biontech und Pfizer rechnen damit, noch in diesem Jahr weltweit bis zu 50 Millionen Impfstoff-Dosen bereitzustellen. Im kommenden Jahr kalkulieren sie mit bis zu 1,3 Milliarden Dosen. „Dies ist ein Sieg für die Innovation, Wissenschaft und weltweite Zusammenarbeit“, sagte Biontech-Mitbegründer Ugur Sahin, der 1999 am Homburger Uniklinikum habilitierte.

Spahn meinte, dass Monate vergehen können, bis Impfungen im großen Stil möglich sind. Der Deutsche Ethikrat, die Ständige Impfkommission und die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina empfehlen in einem am Montag vorgestellten Positionspapier, gesundheitlich oder beruflich besonders stark gefährdete Menschen zuerst zu impfen. Das saarländische Ethikrats-Mitglied Professor Wolfram Henn vom Institut für Humangenetik an der Homburger Uniklinik forderte, dass der Bundestag über die Impfstrategie entscheidet soll – und nicht etwa die Regierung per Rechtsverordnung. Denn: „Das Vorenthalten von Impfungen kann im schlimmsten Fall über Leben und Tod entscheiden.“ Eine Impfpflicht lehnen die Experten klar ab.