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Auktion: 100 seltene Teppiche für Caritas-Klinik Dillingen gestiftet

Auktion: 100 seltene Teppiche für Caritas-Klinik Dillingen gestiftet

Dillingen. Edle Teppiche aus dem Morgenland lassen Dr. Matthias Schelden derzeit auf Wolke Sieben schweben. Überwältigt hat den Ärztlichen Direktor des Caritas-Krankenhauses in Dillingen die Großzügigkeit eines Dillinger Kaufmann-Ehepaars

Dillingen. Edle Teppiche aus dem Morgenland lassen Dr. Matthias Schelden derzeit auf Wolke Sieben schweben. Überwältigt hat den Ärztlichen Direktor des Caritas-Krankenhauses in Dillingen die Großzügigkeit eines Dillinger Kaufmann-Ehepaars. An die 100 besondere Teppiche - neue und teils 100 Jahre alte - stiften Robert und Yvonne Ney, die sich Anfang des Jahres zur Ruhe gesetzt haben, aus ihrem Bestand für eine Auktion zugunsten der Klinik am Sonntag, 15. November.

Sachspende von großem Wert

"Läuft die Auktion gut, dürfte das die größte Einzelspende sein, die der Freundes- und Förderverein der Klinik je erhalten hat", sagt der Chefarzt. "Mit einem der Teppiche liebäugele ich schon." Der Verein ermöglicht mit seinen Spenden der Klinik, über ihr Budget hinaus die Behandlung besser und Personal wie Patienten das Leben leichter zu machen.

Während seine Branche unter dem Ruf der fliegenden Händler und andauernden Totalausverkäufen leidet, könnte Robert Ney nicht bodenständiger sein. "Meine Mutter hatte das Geschäft kurz nach dem Krieg gegründet", erzählt er. "Das Stammhaus war erst in der Hüttenwerkstraße 13, wo heute mein Bruder das Lederwaren-Geschäft hat; 1989 zogen wir in die Kirchenstraße 7 und vor drei Jahren zurück in die Hüttenwerkstraße, dann aber die Nummer 3." Luftlinie nur 50 Meter hin in die Nebenstraße und 70 Meter zurück: Weiter hat es die Teppich-Galerie nie verschlagen. Dabei haben die Neys die Welt bereist, um exquisite Stücke vor allem in Persien und Türkei, aber auch Afghanistan und China zu erwerben, damit Kunden aus der Großregion dafür eine Anfahrt nach Dillingen in Kauf nehmen.

Seltene Sammlerstücke

Neys Spezialität sind Einzelstücke, die Nomaden von Hand flach gewebt (nicht geknüpft) haben, aus selbst gesponnener Wolle ihrer eigenen Tiere, mit Pflanzenfarben zu traditionellen Mustern verziert. Auch in Dörfer entstandene Teppiche hat Ney noch im Bestand, aber keine Manufakturware. "Das ist eine Liebhaberei", sagt er, "viel authentischer als eine Manufaktur, die immer dieselben Muster produziert." Typisch für Neys Teppiche sind traditionelle geometrische Muster, keine floralen oder figürlichen Motive.

Vieles, was unter den Hammer kommt, sind heute Sammlerstücke, seltene Ware, die gar nicht für den Verkauf gedacht war, wie Wandbehang, Pferdedecke oder Turkmenen-Taschen, die Nomaden als Reisegepäck nutzten.

Die Auktion beginnt am Sonntag um 14 Uhr, am Freitag und Samstag sind die Teppiche ab 14 Uhr zu besichtigen. Die Größe liegt meist unter fünf Quadratmetern, der Startpreis für kleinere Stücke beginnt ab 100 Euro.

Kontakt: Teppich-Galerie Ney, Hüttenwerkstraße 3 in Dillingen, Tel. (06831) 70 13 93