Tuifly verlässt Zweibrücken

Tuifly kehrt nächsten Sommer zurück nach Ensheim. Das teilte das Unternehmen gestern mit. Man wolle Planungssicherheit für die Kunden, sagte das Unternehmen dem Merkur zur Begründung. Dank neuer Technik könne Tuifly trotz der kurzen Landebahn in Ensheim künftig Non-Stop-Flüge auf die Kanaren und Mittelmeer-Ziele anbieten.

Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Doch nun muss der Zweibrücker Flughafen einen äußerst schmerzhaften Nackenschlag hinnehmen. Das Unternehmen Tuifly beendet sein Engagement am Rosenstadt-Airport. "Nach der Insolvenzankündigung des Flughafens Zweibrücken hat Tuifly die Entscheidung getroffen, alle für den Sommer 2015 ab Zweibrücken geplanten Flüge künftig ab Saarbrücken anzubieten", teilte das Unternehmen gestern mit. Tuifly werde eine Boeing 737-800 in Ensheim stationieren, um dort Non-Stop-Flüge zu sieben Mittelmeer-Zielen und auf die Kanarischen Inseln anbieten zu können. Tui engagierte sich früher schon einmal in Ensheim , bis es ab April 2007 seine Ferienflüge nach Zweibrücken verlegte. Nun gilt also: Volle Kraft zurück. "Wir wollten Planungssicherheit für unsere Kunden ", sagte Tuifly-Sprecher Jan Hillrichs gestern dem Merkur auf Anfrage. Man habe eine Entscheidung treffen müssen, auch wenn die Ausschreibung für den insolventen Flughafen Zweibrücken noch bis nächsten Montag, 22. September, läuft und - theoretisch - noch ein Investor gefunden werden könnte, der den Rosenstadt-Airport weiter betreibt. Aber solche Eventualitäten waren für Tuifly nicht attraktiv, der Reisekonzern wollte Nägel mit Köpfen machen, verdeutlicht Hillrichs. "Wir wollen uns weiter in der Region engagieren", betonte Hillrichs, dass ein gänzlicher Ausstieg aus der Saarpfalz nicht in Frage gekommen sei. Wie kommt es eigentlich, dass Tuifly künftig von Ensheim aus non-stop weiter entfernte Ziele wie die Kanaren anfliegen kann? Früher war das am Saar-Airport wegen der dortigen kurzen Landebahn nicht möglich - ein wichtiger Grund für den Konzern, nach Zweibrücken zu wechseln.

Hillrichs: "Wir haben extra einen Teil der Flotte mit dem sogenannten ,Short-Field-Performance-Kit'-System ausgerüstet; dieses ermöglicht Starts und Landungen mit Maschinen, die ein höheres Gewicht haben." Die lästige - und vor allem kostspielige Zwischenlandung - entfällt also künftig bei Flügen auf die Kanaren sowie auf sieben Urlaubsziele rund ums Mittelmeer .

Flughafen-Geschäftsführer Rüdiger Franke quittierte es gestern lakonisch. "So ist das Leben", sagte er. "Es war zu erwarten, dass Tuifly sich so entscheidet, derzeit entwickeln die Fluggesellschaften die Sommerflugpläne für 2015 - da wollte Tuifly natürlich Planungssicherheit."

Ganz will Franke dennoch die Hoffnung nicht aufgeben. "Tuifly kann ja wieder nach Zweibrücken zurückkommen", meinte er. Wie gesagt: Die Hoffnung stirbt zuletzt . . .