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Strafprozess gegen Serientäter-Duo vor Abschluss

Strafprozess gegen Serientäter-Duo vor Abschluss

Am dritten Verhandlungstag im Prozess gegen zwei Serientäter vor dem Zweibrücker Landgericht standen die Plädoyers von Staatsanwaltschaft und Verteidigung im Mittelpunkt. Den Beschuldigten werden mehrere Einbruchsdiebstähle und andere Straftaten zur Last gelegt (wir berichteten).

Ein Vertreter der Jugendgerichtshilfe beleuchete zunächst noch einmal die persönliche Situation der Angeklagten. Die vorbestrafte junge Frau habe unter der geringen emotionalen Zuwendung der Eltern gelitten, das Verhältnis sei auch aufgrund körperlicher Züchtigungen "nachhaltig gestört". Sie habe sich der Jugendclique um den männlichen Mitangeklagten zugewandt und die Taten aus Langeweile und für den "Kick" begangen. Auch ihr ebenfalls vorbestrafter Komplize lebt in schwierigen familiären Verhältnissen. Der straffällige und drogenabhängige Vater sei als Erziehungsautorität ausgefallen, problematisch sei zudem die Erwartungshaltung innerhalb der Clique. Für Jüngere sei er ein Vorbild mit "einem gewissen Charisma" und von dieser Rolle habe er sich nicht lösen können. Der Staatsanwalt beantragte eine Jugendstrafe von zwei Jahren ohne Bewährung für den Mann, da aufgrund seines Umfeldes ein "sehr hohes Risiko" der Rückfälligkeit bestehe. Der jungen Frau droht eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren und zehn Monaten, ebenfalls ohne Bewährung. Mehrere Verurteilungen hätten sie nicht von weiteren Taten abgehalten, erklärte der Staatsanwalt. Die Verteidigung schloss sich den Ausführungen der Staatsanwaltschaft weitgehend an, plädierte jedoch in beiden Fällen auf Aussetzung der Strafen zur Bewährung.