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Internet-Kriminalität hat sich versiebenfachtTatort Internet

Internet-Kriminalität hat sich versiebenfachtTatort Internet

Zweibrücken. Einen Mini Cooper für 16 000 Euro bot eine Betrügerbande aus der Südwestpfalz übers Internet an. Mit dem Angebot lockten die Diebe vor fast einem Jahr ein Paar nach Pirmasens. Doch die Diebe hatten kein Auto. Sie forderten von dem Paar vergebens das Bargeld. Die Bande versuchte es noch zwei Mal in Pirmasens und Zweibrücken mit derselben Masche

Zweibrücken. Einen Mini Cooper für 16 000 Euro bot eine Betrügerbande aus der Südwestpfalz übers Internet an. Mit dem Angebot lockten die Diebe vor fast einem Jahr ein Paar nach Pirmasens. Doch die Diebe hatten kein Auto. Sie forderten von dem Paar vergebens das Bargeld. Die Bande versuchte es noch zwei Mal in Pirmasens und Zweibrücken mit derselben Masche. Doch auch diese beiden Versuche schlugen fehl. Inzwischen sind die Mitglieder der Bande zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt (wir berichteten).Im vergangenen Jahr sei dies der "spektakulärste Fall" gewesen, bei dem das Internet als Hilfsmittel für eine Straftat benutzt wurde, sagt der Leiter der Kriminalpolizei Pirmasens/Zweibrücken, Hans Kästner. Wobei der Fall nicht zu den Internetsbetrugsfällen gezählt werde. "Das war ganz eindeutig ein Raub. Die Täter nutzen das Internet nur, um die Opfer mit einem Schnäppchen anzulocken", erklärt Kästner. Gerade bei solchen Geschäften hätten die Käufer Bargeld dabei. "Rip-Deal" heißen diese Delikte bei der Polizei (nach "to rip", auf Deutsch jemanden ausnehmen, und "Deal", Handel).

Aber auch die eigentlichen Internetbetrugsfälle nehmen nach Angaben Kästners im Bereich der Polizeidirektion mit den Städten Pirmasens und Zweibrücken sowie dem Landkreis Südwestpfalz zu. Von zehn Fällen im Jahr 2005 stieg die Zahl auf 71 im vergangenen Jahr. Dabei handelt es sich zum einen um den Warenkreditbetrug und um den Warenbetrug. Beim Warenkreditbetrug bestellt jemand etwas über das Internet und bezahlt es dann nicht. Beim Warenbetrug zahlt ein Kunde für ein Produkt, das er dann überhaupt nicht oder nicht in der vereinbarten Qualität erhält. Im Internet könne der Betrüger anonym agieren. Doch auch die Anonymität schütze den Täter nicht. "Jeder Klick hinterlässt Spuren und so können wir auch ermitteln", sagt Kästner.

"Ich kann an alle Menschen nur appellieren, sehr sorgfältig mit den Daten im Internet umzugehen. Betrüger nutzen zusehends das Medium", sagt der Leiter der Polizeidirektion Pirmasens, Dieter Welter. Dem schließt sich der Leitende Oberstaatsanwalt aus Zweibrücken, Eberhard Bayer (Foto: pma), vorbehaltlos an. Insbesondere "sensible Bankdaten" sollten nicht ins Internet eingestellt werden. "Banken machen das sowieso schriftlich."

Die Staatsanwaltschaft registriert auch immer mehr Delikte, bei denen das Internet eine Rolle spielt. Dabei gebe es ganz unterschiedliche Erscheinungsformen. Von den Warenbetrügereien über den Diebstahl von Passwörtern, dem Anlocken von Kunden durch günstige Verkaufsangebote bis zu Sexualdelikten. > Seite 18: Bericht