Riesenzirkus um Circus Atlas

Zweibrücken. Trompetende Elefanten, flinke Artisten und lustige Clowns - das ist das Bild, das jeder von einem Zirkus im Kopf hat. Nicht hingegen Menschen, die drohen, pöbeln und beleidigen. Diesen Auftritt hat sich das Team des Circus Atlas in Zweibrücken geleistet, wie das Ordnungsamt der Stadt gestern gegenüber dem Pfälzischen Merkur erklärte

Zweibrücken. Trompetende Elefanten, flinke Artisten und lustige Clowns - das ist das Bild, das jeder von einem Zirkus im Kopf hat. Nicht hingegen Menschen, die drohen, pöbeln und beleidigen. Diesen Auftritt hat sich das Team des Circus Atlas in Zweibrücken geleistet, wie das Ordnungsamt der Stadt gestern gegenüber dem Pfälzischen Merkur erklärte. Der Zirkus, der monatelang auf dem Gelände der Parkbrauerei wegen vorgegebener wirtschaftlicher Gründe überwintern durfte (wir berichteten), ist über die Feiertage sang- und klanglos abgezogen. Und das Ordnungsamt kann aufatmen, nach dem Zirkus, den der Zirkus hier veranstaltete. Helmut Schneppat, der als städtischer Marktmeister auch für Veranstaltungen wie die von Zirkussen verantwortlich ist, zu den Hintergründen: "Ende November zog der Circus Atlas von St. Ingbert nach Zweibrücken, um auf dem Festplatz an der Rennwiese Vorstellungen zu geben." Das Ordnungsamt verlangte, wie in solchen Fällen üblich, eine Kaution, für den Fall, dass Schäden entstehen, die die Stadt im Anschluss beheben muss. Der Zirkus zahlte die 2000 Euro und begann mit dem Gastspiel. Eine Woche lang trat der Zirkus an der Rennwiese auf, präsentierte die rund 70 mitgebrachten Tiere. Schneppat: "Dann plötzlich hieß es, man wolle in der Stadt überwintern. Das Zelt sei kaputt, man sei in Not." Die Stadtwerke stellten wegen nicht bezahlter Rechnungen den Strom ab. Dann half Oberbürgermeister Helmut Reichling, richtete ein Spendenkonto für den Zirkus ein (wir berichteten). Schließlich wurde als Winterquartier die Halle auf dem Park-Gelände bereitgestellt. Die Familienmitglieder des Zirkus, eine rund dreißigköpfige Entourage mit rund 20 Fahrzeugen und den 70 Tieren im Schlepptau, zog dorthin. Doch der Ärger hörte damit nicht auf. Ordnungsamtsleiter Willi Holderbaum: "Der Zirkus wollte unter anderem Sozialhilfe. Auch bei uns wurde er mehrfach vorstellig, verlangte die Kaution zurück. Und das aggressiv, uns wurde gedroht, man musste zum Teil befürchten, dass es zu Übergriffen kommt." Jetzt ist der Circus Atlas abgezogen. Mit unbekanntem Ziel. Nachweinen wird ihm in der Stadtverwaltung wohl niemand. Die ehemalige Brauereihalle wurde stark verschmutzt hinterlassen.Eine Kontaktaufnahme mit dem Zirkus war nicht möglich. Auf der Internetseite findet sich nur ein einziger aktueller Hinweis: "Zurzeit sind keine Gastspiele vorgesehen." "Der Zirkus trat aggressiv auf, uns wurde gedroht."Ordnungsamtschef Willi Holderbaum