Deponie-Widerstand formiert sich

„Wir haben den Eindruck, dass man mit Infos hinterm Berg halten will!“ So wie Dennis Nizard denken derzeit viele Mörsbacher über die Erweiterungspläne der Mülldeponie. Daher haben sie nun eine Bürgerinitiative gegründet. Übermorgen unterzeichnen die 40 bis 50 Mitglieder einen Einwendungsbescheid, der an die SGD Süd gehen soll.

Der Widerstand gegen die Erweiterungspläne für die Mülldeponie und die Konditionierungsanlage kanalisiert sich: 40 bis 50 Bürger haben sich jetzt offiziell in der "Bürgerinitiative Mörsbach" zusammengeschlossen. Sprecher ist der 38-jährige Dennis Nizard, seit 2009 wohnhaft im Zweibrücker Stadtteil. "Wir sind keine Gruppe, die hormongesteuert Stammtischparolen platt tritt", betont Nizard, "wir haben sehr kompetente Menschen im Team, die sich mit den Gutachten in der Sache auseinandersetzen und nach fachlichen Möglichkeiten suchen, dagegen vorzugehen." Erster Schritt war, dass die Mitglieder der Bürgerinitiative vergangenen Donnerstag Argumente für einen Einwendungsbescheid sammelten, der an die Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Süd gehen soll. Übermorgen wollen die Bürger im Gemeindehaus Mörsbach um 19 Uhr das ausformulierte Schreiben unterzeichnen.

"Wir haben den Eindruck, dass man mit Infos hinterm Berg halten will!" erläutert Nizard seine und die Motivation der anderen Mitglieder der Bürgerinitiative. Die Mörsbacher hätten von den Erweiterungsplänen der Deponie und der Konditionierungsanlage nur durch die öffentliche Bekanntmachung aus der Zeitung erfahren.

Nizard moniert, viele seien durch günstige Grundstückspreise nach Mörsbach gelockt worden. Als alle Grundstücke belegt gewesen seien, habe man mit der Erweiterung der Deponie begonnen. Ihn ärgert auch, dass die Anliefer-Laster über die Straße rollen, an der der neue Mörsbacher Kindergarten gebaut wurde. Den Protest im Ort geschürt habe dann noch die in den Augen vieler völlig unbefriedigende Bürgerinformationsveranstaltung am vergangenen Dienstag (wir berichteten). Nizard: "Definitiv nicht beantwortet wurde uns dabei die Frage, ob wir beim geplanten Erörterungstermin in der Festhalle noch Bedenken vortragen können und was damit geschieht. Dann ist schließlich die Einspruchsfrist längst vorbei."

Neben dem Sammeleinwand könnten übrigens auch einzelne Mörsbacher eine Beschwerde gegen die Pläne formulieren. Jede einzelne Einwendung müsse separat beantwortet werden, eine Sammelantwort als öffentlicher Brief sei ab 50 Unterzeichnern möglich. Ein anderes Mitglied der Bürgerinitiative, das namentlich nicht genannt werden will, sprach von dem Plan, von Haus zu Haus zu gehen und Protest-Unterschriften zu sammeln.

Nizard hat gestern nach eigenen Angaben auch eine Mail ans zuständige Mainzer Umweltministerium aufgesetzt, nun tüftelt der Informatiker an der Website buergerinitiative-moersbach.de, die im Laufe der Woche ans Netz gehen und ständig neue Infos über die Erweiterungspläne und den Protest enthalten soll. Auch die überregionalen Medien sollen im großen Stile auf die Mörsbacher Deponieerweiterungspläne aufmerksam gemacht werden, die SWR-Landesschau, der WDR und das ZDF-Magazin "Frontal 21" seien bereits in Kenntnis gesetzt, so Nizard. "Man soll die Hoffnungen nie aufgeben, dass wir die Pläne noch abwenden können", sagt er vorsichtig.

buergerinitiative-moersbach.de