Schräges aus zwölf Monaten

Winterbach. Noch sind die Mädels bei den Straußbuben in der Unterzahl. Das aber soll sich künftig ändern und weil an der alten Brauchtumspflege festgehalten wird, sind weibliche Mitstreiter jederzeit willkommen

Winterbach. Noch sind die Mädels bei den Straußbuben in der Unterzahl. Das aber soll sich künftig ändern und weil an der alten Brauchtumspflege festgehalten wird, sind weibliche Mitstreiter jederzeit willkommen. "Bei uns ist es lustig, es wird viel gelacht und bei den Vorbereitungen zu den Kerwefeierlichkeiten haben wir jede Menge Spaß", sagt Daniel Klein, der zusammen mit Marc Bäsel zum Kerwevolk sprach.Glossiert wurde zur Freude aller das Dorfgeschehen seit den letzten Kerwetagen; dabei rückten die beiden Redner so manches in den Mittelpunkt. Wie etwa jene beiden Verliebten aus "Nerresche" die glaubten, sich heimlich das Eheversprechen geben zu können. "Do wird geheirat unner Ausschluss der Öffentlichkeit, zuminneschd e Polder-Owend muss sin, gell Gerd un Manuela, sunschd kommt ma halt in die Kerweredd rinn."

Vom dörflichen Abschleppdienst war die Rede, der mit dem Schlepper die im Straßengraben "versenkten" Autos bekannter Dorfbewohner herauszieht. Viel Platz in der Rede wurde den Festen im Ort eingeräumt, bei denen sich so manche Anekdote zugetragen hat, wie aus dem Kerwebericht hervorging. Etwa der Geburtstag des "jungen" Gessner, bei dessen Volljährigkeit 100 Feiernde für Höllenlärm im Dorfgemeinschaftshaus sorgten. Oder die Bierknappheit von Gunder Schneider, der Bier aus dem väterlichen Kofferraum entwenden muss. "Kurt jetzt weschde, wer die Bier hat gedrunk, unn dich in so e Notstand gebrung."

Von den Häuslebauern war gleichfalls die Rede und dabei durfte natürlich auch der Bürgermeister nicht fehlen. "De Willi, dess fleißiche Bienche, macht unn duht, do hat de Hammer in letschder Zeit nur selten geruht. Vunn mojends frieh bis in die Nacht, had der Schichte am Milchheisje gemacht. Vor Ufträch kanna sich nimmi rette, so schnell beziehts Evi gar nett die Bette." cos