Ortsgemeinderat Contwig : Kita wird kopiert, Waschplatz herausgeputzt

Contwiger Gemeinderat will außerdem den Wunsch Stambacher Eltern nach flexibleren Kindergarten-Öffnungszeiten erfüllen.

Um Geld zu sparen, errichtet die Ortsgemeinde Contwig den neuen Kindergarten oberhalb der Pestalozzi-Grundschule baugleich wie die Kita vor vier Jahren im Ortsteil Stambach (die 1,7 Millionen Euro kostet) Weitere Arbeiten hierfür hat der Ortsgemeinderat am Gründonnerstag vergeben. Was Ortsbürgermeister Karl-Heinz Bärmann (CDU) bereits beim Spatenstich letzte Woche andeutete (wir berichteten), konkretisiert sich nun immer mehr: Für die neue Kita muss mit 2,65 Millionen Euro Gesamtkosten gerechnet werden. Doch mit 800 000 Euro bleiben die Zuschüsse von Land und Landkreis gleich. Das will Bärmann nicht hinnehmen. „So kann man uns nicht hängen lassen, das ist für die Ortsgemeinde kaum noch zu stemmen. Wir können nicht mit 1,8 Millionen für Aufgaben aufkommen, die eigentlich vom Land und dem Landkreis zu verantworten sind“, stellte Bärmann fest und appellierte an die Verantwortlichen bei Landkreis und Land, weitere finanzielle Hilfen zu gewähren.

Bärmann zeichnete ein umfassendes Bild über den bisherigen Kostenstand: „Das ist wichtig, damit jedes Ratsmitglied von allem Anfang hin weiß, wohin die Reise geht.“ Die Rohbauarbeiten sind mit 774 000 Euro ebenso vergeben wie die Zimmermannsarbeiten mit 59 000 Euro und die Dachabdichtung für 134 000 Euro. Für den Gerüstbau müssen 14 000 Euro aufgebracht werden, für die Fensterelemente und Türen 175 000 Euro. Maler- und Lackierarbeiten sind mit rund 25 000 Euro vergeben, die Tischlerarbeiten und die für den Estrich mit 28 000 Euro und 14 000 Euro. Für den Wärmeputz an den Außenwänden laufen Kosten in Höhe von 64 000 Euro auf.

„Heute Abend vergeben wir die Arbeiten für die Heizung, den sanitären Bereich und die Elektroarbeiten“, sagte Bärmann. Bei den Fenstern und Außentür war das Unternehmen Weselberger Metallbau mit 175 000 Euro billigster Bieter. Die Heizungs- und Installationsarbeiten wurden der Firma Scherer aus Höheischweiler für 197 000 Euro vergeben. „Das Unternehmen hat bereits am neuen Rathaus solche Arbeiten erledigt und bestens gearbeitet“, lobte der Ortsbürgermeister die frühere Zusammenarbeit.

Wie ernst es Bärmann und die Ratsmitglieder mit der Kostenüberwachung nehmen, zeigte sich am Beispiel: Vergabe der Elektroarbeiten. Hier folgte das Gremium dem Vorschlag, die Auftragsvergabe zurückzustellen und erst den Fachingenieur zu einem Gespräch zu bitten. Denn die Kostenschätzung lag hier bei 110 000 Euro. Das Ausschreibungsergebnis lag jedoch 83 000 Euro über dieser Schätzung. In Stambach hatte die Ortsgemeinde damals 90 000 Euro bezahlt. Bärmann: „Uns sollte alle interessieren, woher die Mehrkosten kommen.“ Der Rat sieht jedenfalls bei diesem Gewerk erhebliches Einsparpotential und will deshalb alles genau unter die Kostenlupe nehmen. Dabei wird dieser auch der Frage nachgehen ob die Vernetzung für alle Räume im Haus, mit 15 000 Euro ein Kostenfaktor, notwendig ist. Der Rat stimmte dem in allen Punkten zu.

Flexiblere Öffnungszeiten wünschten sich die Eltern der Kinder aus der Kita Stambach. Eine Befragung fand statt. Jetzt soll ein Antrag auf Änderung des Personalschlüssels gestellt werden, damit diesem Elternwunsch Rechnung getragen werden kann. Derzeit fehlen zur Aufnahme aller Kinder in Contwig und Stambach 39 Plätze. Kommendes Jahr sollen weitere 30 hinzukommen. Oft wurden von Eltern Kinder an verschiedenen Einrichtung mehrfach angemeldet. Jetzt soll dieser Vorgehensweise mit einem speziellen Computerprogramm bei der kommunalen Einrichtung wie bei den beiden kirchlichen Trägern Einhalt geboten werden. Die Ortsgemeinde übernimmt die Kosten (3000 Euro) für das PC-Programm und die Installation.

Zum Sitzungsauftakt wurde der Bebauungsplan „Im Hang Dörrenbach und Oben an der Fröhn“ als Satzung beschlossen. Der Plan ist die Rechtsgrundlage für die Wohnanlage, welche die Diakonie Pirmasens in Contwig plant (wir berichteten).

Vorgesehen war für dieses Jahr der Ausbau der Bürgersteige in der Bahnhofstraße. Diese Maßnahme wird verschoben, weil das Land einen Umbau der Ampelanlage in der Dorfmitte plant.

Bei der Dorfsanierung sollte der alte Waschplatz bei der Mühle eine Aufwertung für das gesamte Dorfbild ergeben. Bis zum Jahresende stehen dafür noch 140000 Euro an Zuschüssen aus der Dorfsanierung zur Verfügung. Insgesamt sind dafür 200 000 Euro veranschlagt. Das Planungsbüro „Werkplan“ aus Kaiserslautern erhielt jetzt den Auftrag, sich in einer Vorplanung darüber Gedanken zu machen, wie der historische Platz besser ins Dorfbild gerückt werden kann. Vorplanung und Vermessung kosten 7400 Euro. Diese Ausgaben sind alle förderfähig.