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Springreiter retten Bronze

Ludger Beerbaum überzeugte auf Casello. Foto: Gentsch/dpa
Ludger Beerbaum überzeugte auf Casello. Foto: Gentsch/dpa FOTO: Gentsch/dpa
Rio de Janeiro. Nach einer starken Qualifikation müssen drei der vier deutschen Starter im Mannschafts-Springen Abwürfe hinnehmen. Ludger Beerbaum sichert danach mit seinem Null-Fehler-Ritt den Einzug in das Stechen um Bronze. sid

Der Traum vom ersten Olympia-Gold seit 16 Jahren blieb unerfüllt. Dennoch haben die deutschen Springreiter in der Mannschafts-Entscheidung von Rio zum ersten Mal seit 2004 wieder eine Medaille gewonnen. Beim Sieg der französischen Auswahl belegten Christian Ahlmann mit Taloubet, Meredith Michaels-Beerbaum mit Fibonacci, Daniel Deußer mit First Class und Ludger Beerbaum mit Casello nach dem Stechen gegen Kanada den dritten Platz. Silber ging an die USA.


Beerbaum behält die Nerven

Der viermalige Olympiasieger Ludger Beerbaum musste als letzter Reiter des Feldes eine Nullrunde drehen, um überhaupt ein Stechen mit Kanada zu ermöglichen. Der Altmeister schaffte das, was seinen drei Mannschaftskollegen nicht gelungen war: Ahlmann, Michaels-Beerbaum und Deußer leisteten sich jeweils einen Abwurf, Michaels-Beerbaum zusätzlich einen Zeitfehler. Deutschland holte dank Beerbaum zum fünften Mal nach 1912, 1968, 1984 und 2004 Mannschafts-Bronze. Für Frankreich mit Philippe Rozier, Kevin Staut, Roger Yves Bost und Penelope Leprevost war es der zweite Olympiasieg mit der Mannschaft nach 1976.



Christian Ahlmann , Nummer eins der Weltrangliste, ging als erster deutscher Reiter in den Parcours. Eine Null wäre wichtig gewesen, doch dann leisteten sich Ahlmann und sein sprunggewaltiger Taloubet einen Fehler beim Einsprung in die zweifache Kombination. "Ich habe aufs Tempo gedrückt und wollte unbedingt null gehen", sagte Ahlmann: "Wir waren dann ein bisschen flach an der Planke, und die fällt eben leicht." Der Parcours sei sehr schwer, die Zeit sehr knapp bemessen gewesen: "Aber so ist das halt bei Olympia, das ist okay."

Meredith Michaels-Beerbaum und ihr Fibonacci schienen bereits mit nur einem Zeitfehler im Ziel, doch dann fiel am letzten Hindernis doch noch die Stange. Michaels-Beerbaum gab sich danach selbstkritisch: "Ich bin sehr enttäuscht von mir, das war ganz klar ein Fehler des Reiters." Auch Deußer gelang nicht der erhoffte Null-Fehler-Ritt. Er kam mit einem Abwurf ins Ziel, blieb dabei aber zumindest in der Zeit.

Drei der vier nach der Qualifikation führenden Mannschaften waren im Finale mit nur drei Reitern an den Start gegangen - ihnen fehlte damit das Streichresultat. Bei Gastgeber Brasilien fehlte der disqualifizierte Stephan de Freitas Barcha wegen des übermäßigen Einsatzes der Sporen. Bei den Niederlanden verbot der Besitzer von Jur Vrielings Pferd Zirocco den weiteren Einsatz des Vierbeiners. Und bei den USA musste Routinier Beezie Madden wegen einer Verletzung von Cortes bei der Entscheidung zusehen.