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| 20:33 Uhr

Bahnrad: Vogel ist die Olympiasiegerin ohne Sattel

Rio de Janeiro. Bruchteile von Sekunden gaben den Ausschlag. Am Ende konnte Kristina Vogel über Gold jubeln. Im Finale des Bahnrad-Sprints setzte sie sich trotz eines kuriosen Malheurs gegen die Britin Rebecca James durch.

Mit Teller und Besteck lief Kristina Vogel in Rio de Janeiro quer durch das Deutsche Haus - auf der Suche nach etwas Essbarem. Zwei mickrige Würstchen waren die Ausbeute. Wenige Stunden zuvor war die Erfurterin im olympischen Velodrom noch wesentlich erfolgreicher gewesen - und dass, obwohl ihr plötzlich der Sattel fehlte.

"Ich habe gedacht: Verdammt, verloren, jetzt muss ich in den Entscheidungslauf", sagte Vogel über das ungewöhnliche Missgeschick. Doch weit gefehlt. Die Bahnradsprinterin gewann Gold - in der Königsdisziplin, auch ohne Sattel. Beim sogenannten Tigersprung, bei dem die 25-Jährige ihr Rad um vier Tausendstel vorbei an der Britin Rebecca James zum zweiten Finalsieg nach vorn wuchtete, krachte der Aufsitzer herunter. Vogel vermied mit Mühe einen Sturz. Und erst, als sie Bundestrainer Detlef Uibel jubeln sah, dämmerte es ihr. "Ich bin die Olympiasiegerin ohne Sattel", sagte Vogel lachend.

Zuvor weinte die 25-Jährige Tränen der Freude in den Armen ihres Lebensgefährten Michael Seidenbecher, die Gefühle übermannten sie auch während der Nationalhymne. Später wurde dann aber ausgelassen gefeiert, auch wenn der Magen knurrte. Die Magnumflasche Champagner überragte das 1,60 Meter kleine Kraftpaket fast. Die Goldmedaille hatte sich Vogel umgehängt, genauso die bronzene, die sie mit ihrer Mannschaftssprint-Partnerin Miriam Welte am Freitag gewonnen hatte. Und trotzdem dachte Vogel schon wieder an mehr. "Mehr geht immer, oder?", sagte sie und lächelte verschmitzt. Vogel hat ja ein hehres Ziel, sie möchte als erfolgreichste Bahnradsprinterin überhaupt in Erinnerung bleiben.

Mit dem Gold im Mannschaftssprint von London besitzt die gebürtige Kirgisin, die als Kleinkind nach Deutschland kam, nun drei Olympiamedaillen . Es sollen noch einige hinzukommen. Doch Gold in Rio steht für sie über allem. Und dafür gab es das Lob von Trainer Uibel: "Ich habe es schon so oft im Scherz gesagt: Kristina ist mein bester Mann."