| 17:37 Uhr

1. FC Saarbrücken
Doppelter Feiertag für den FCS

Seht her, so wird es gemacht: Markus Mendler bejubelt eines seiner beiden Tore beim 5:0 des 1. FC Saarbrücken gegen 1899 Hoffenheim II. Der Mittelfeldspieler war der Mann des Tages.
Seht her, so wird es gemacht: Markus Mendler bejubelt eines seiner beiden Tore beim 5:0 des 1. FC Saarbrücken gegen 1899 Hoffenheim II. Der Mittelfeldspieler war der Mann des Tages. FOTO: Andreas Schlichter
Völklingen. Fußball-Regionalligist 1. FC Saarbrücken besiegt an Allerheiligen 1899 Hoffenheim II deutlich mit 5:0. Von Patric Cordier

Dauerregen vor dem Spiel, nur acht Grad Celsius. Dazu ein Gegner, der nicht unbedingt die Massen anzieht und das ungeliebte Exil im Völklinger Hermann-Neuberger-Stadion. Und auch die Leistungen des eigenen Teams in dieser Spielzeit entlockten den Anhängern der Blau-Schwarzen bislang zu selten echte Begeisterungsstürme. Dass trotz alledem immerhin 2631 die vorgezogene Partie der Regionalliga Südwest zwischen dem 1. FC Saarbrücken und der TSG Hoffenheim II am Feiertag Allerheiligen sehen wollten, überraschte. Und die Treuen wurden für ihr Kommen belohnt. Der FCS siegte auch in der Höhe verdient mit 5:0 (4:0).


„In Ulm sind wir nicht zum Fußballspielen gekommen“, sagte Markus Mendler, der überragende Spieler auf dem Feld, im Rückblick auf das glückliche 1:1 vom vergangenen Freitag, „wir haben heute versucht, selbst früh zu pressen und auch sonst einiges anders gemacht.“ Marco Kehl-Gomez, Steven Zellner und Benjamin Kessel bildeten von Beginn an eine Dreierkette. Auf den Außen spielten Tobias Jänicke rechts und José Pierre Vunguidica links. Die Doppelsechs bildeten Manuel Zeitz und Marco Holz, Mendler spielte meist auf der Zehn hinter den Spitzen Gillian Jurcher und Sebastian Jacob.

Nach sechs Minuten klingelte es zum ersten Mal. Mendlers Eckball wuchtete Zeitz aus kurzer Distanz per Kopf in die Maschen zum 1:0. Die Hausherren drückten weiter und legten nach 26 Minuten nach. Jurcher setzte sich im Strafraum durch, legte mit Übersicht quer, und Mendler musste quasi den Fuß nur noch zum 2:0 hinhalten. Jurcher war es auch, der in der 39. Minute wieder Mendler einsetzte. Der schien den Ball erst verloren zu haben, dann zog der Linksfuß drei Schritte schnell an und dann ab. Hoffenheims Torwart Stefan Drljaca, Sohn von FCS-U19-Co-Trainer Nenad, hatte keine Abwehrchance beim 3:0.



Noch vor der Pause war das Spiel endgültig entschieden. Zeitz schaffte den entscheidenden Ballgewinn, diesmal bediente Mendler Jurcher aus dem Fußgelenk, und der donnerte den Ball in den Winkel zum 4:0 (44.). „Immer wenn es in der ersten Hälfte interessant wurde, waren wir nicht präsent“, umschrieb TSG-Trainer Marco Wildersinn das nahezu körperlose Defensivverhalten seiner Mannschaft, „wir haben den Gegner nur begleitet. Wenn du so spielst, bekommst du in Saarbrücken halt auch mal eine Klatsche.“ Die enttäuschend auftretende Gästemannschaft hatte nur eine wirklich gefährliche Situation im FCS-Strafraum. Andreas Ludwig verpasste den besten Moment für den Abschluss, als er dann aus spitzem Winkel abzog, reagierte FCS-Schlussmann Daniel Batz gewohnt souverän (25.).

Nach dem Wechsel schien es zunächst so, als wolle Saarbrücken dort weitermachen, wo man vor der Pause aufgehört hatte. Nach Pass von Mendler hatte Jacob freie Schussbahn, brachte den Ball aber nicht im langen Eck unter (49.). Dann war Mendler alleine auf dem Weg zum TSG-Tor, doch Schiedsrichter Julius Martenstein wähnte den Saarbrücker im Abseits. Danach verflachte die Partie, Hoffenheim setzte sich in der Saarbrücker Hälfte fest, ohne gefährlich zu werden. Den Schlusspunkt setzte der eingewechselte Nino Miotke. Nach Flanke des ganz starken Vunguidica köpfte Holz an die Latte, Miotke reagierte am schnellsten und erhöhte zum 5:0-Endstand (90.). Schiedsrichter Martenstein pfiff das Spiel danach nicht mehr an. „Wir haben in 90 Minuten das umgesetzt, was wir unter der Woche erarbeitet haben“, sagte FCS-Trainer Dirk Lottner nach dem Spiel, „ich war selten so zufrieden mit der Leistung meiner Mannschaft wie heute.“

Dennoch sollte man nicht auf den enteilten Tabellenführer SV Waldhof Mannheim schauen. Markus Mendler, ohne Zweifel der Mann des Tages in Völklingen, formulierte es deutlich: „Wir müssen einfach unsere Hausaufgaben machen und bis Weihnachten alle Spiele gewinnen. Dann können wir schauen, wie groß der Abstand ist.“

Nino Miotke (Mitte) traf nach seiner Einwechslung erstmals für den FCS und wird hier von Marco Holz (links) und Marcel Carl beglückwünscht.
Nino Miotke (Mitte) traf nach seiner Einwechslung erstmals für den FCS und wird hier von Marco Holz (links) und Marcel Carl beglückwünscht. FOTO: Andreas Schlichter