1. FC Saarbrücken verliert bei der TSG Balingen mit 1:2.

1. FC Saarbrücken in der Krise : Der FCS legt einen indiskutablen Auftritt hin

1. FC Saarbrücken verliert bei der TSG Balingen mit 1:2. Später Gegentreffer schockt 500 mitgereiste Fans.

„Ihr könnt nach Hause fahren“, sangen die Fans der TSG Balingen gestern kurz vor 16 Uhr. Der Aufsteiger in die Fußball-Regionalliga Südwest hatte gerade den Meister, den 1. FC Saarbrücken, mit 2:1 (1:1) besiegt – und das verdient. Nach dem Spiel schrieb der FCS auf seiner Facebookseite von einem „indiskutablen Auftritt“. FCS-Kapitän Manuel Zeitz haderte: „Wir wollten denen den Schneid abkaufen, das Gegenteil ist passiert.“

Für den neuen FCS-Stürmer Fabian Eisele war es ein denkbar schlechtes Debüt. Der Ex-Zwickauer hatte 20 Minuten vor Schluss das 2:1 auf dem Fuß: „Es war ein fifty-fifty-Ball. Der Torwart kam noch dran, und dann war er am Außennetz.“

Neben Eisele rückte Markus Obernosterer in die Anfangsformation. Für ihn musste der zuletzt formschwache Tobias Jänicke auf der Bank neben den genesenen Fanol Perdedaj und Marcel Carl Platz nehmen. Dort fand sich auch Marco Kehl-Gomez wieder. Die Gastgeber fanden vor 1400 Zuschauern in Reutlingen besser in die Partie. In der zweiten Minute rettete FCS-Torwart Daniel Batz nach einem Fehler von Steven Zellner vor Angreifer Stefan Vogler. Nach 20 Minuten wäre Batz chancenlos gewesen, als Nils Schuon mit einem fulminanten Freistoß aus fast 30 Metern nur die Querlatte traf, den anschließenden Kopfball von Marc Pettenkofer hatte Saarbrückens Schlussmann sicher.

Der FCS hatte bis dahin nach vorne keine einzige nennenswerte Aktion. Dann passte Alexandre Mendy auf Marco Holz, der spielte in die Schnittstelle, von wo aus Gillian Jurcher TSG-Schlussmann Julian Hauser keine Abwehrchance ließ – das 1:0 fiel quasi aus dem Nichts (24.). Elf Minuten später jubelten die 500 mitgereisten FCS-Fans erneut – aber zu früh. Eisele hatte eine Mendy-Flanke aus der Luft gut angenommen und im Fallen getroffen. Doch Schiedsrichter Christian Ballweg aus Mannheim hatte ein Handspiel gesehen. Kein Foul an Markus Mendler gesehen hatte der Unparteiische vor dem 1:1-Ausgleich durch Vogler (40.). Eine Entscheidung, die FCS-Trainer Dirk Lottner später auf die Palme brachte: „Das war ein klares Foul.“

Die grundsätzlich bessere Spiel­anlage hatte nach der Pause der FCS, den unbändigen Willen und Einsatz zeigten aber die Amateure aus Balingen. „In der zweiten Halbzeit waren wir vogelwild, man musste jederzeit damit rechnen, dass Balingen ein Tor macht“, sagte Lottner.

So kam es dann auch. Pascal Schoch legte ab, Sascha Eisele zog ab, ein Saarbrücker fälschte ab. Der Ball zum 2:1 landete genau im Winkel (88.). „Es ist schwer, die richtigen Worte zu finden. Wir wollten eigentlich dieses Spiel als Neustart nehmen, aber das ist uns nicht gelungen. Ich bin maßlos enttäuscht“, sagte Lottner.

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