| 20:34 Uhr

Nachwuchsstürmer stark in Form
Immer noch derselbe Lausbub wie früher

FCS-Stürmer Christoph Fenninger (rechts), hier gegen den Ex-Saarbrücker Timo Kunert vom TSV Steinbach, erwies sich gerade im Saarlandpokal als echter Ballermann. Er hat aber zwei sehr starke Angreifer vor sich.
FCS-Stürmer Christoph Fenninger (rechts), hier gegen den Ex-Saarbrücker Timo Kunert vom TSV Steinbach, erwies sich gerade im Saarlandpokal als echter Ballermann. Er hat aber zwei sehr starke Angreifer vor sich. FOTO: Ruppenthal
Saarbrücken. Hinter zwei starken Stürmern ist Christoph Fenninger beim FCS Angreifer Nummer drei. Samstag ist Ulm zu Gast. Heiko Lehmann

In der Mannschaft nennen sie ihn „Welpe“. Doch zuletzt hat Christoph Fenninger beim Fußball-Regionalligisten 1. FC Saarbrücken deutlich unter Beweis gestellt, dass er auch kräftig zubeißen kann. 13 Tore erzielte der gebürtige Traunsteiner in den Saarlandpokalspielen gegen den FC Rastpfuhl (8:0) und am vergangenen Dienstagabend beim 1. FC Riegelsberg (13:1). „Ich hätte mir einen anderen Spitznamen gewünscht. Den habe ich bekommen, weil ich manchmal schneller frage, als ich nachdenke“, sagt der Bayer, „die Tore sind natürlich schön, man will sich immer beim Trainer in Erinnerung bringen.“



Denn in der Liga kam Fenninger deutlich weniger zum Zug. Neun ganz starken Minuten mit einer Torvorbereitung beim Hinspiel gegen den SSV Ulm – die Spatzen kommen an diesem Samstag um 14 Uhr zum Rückspiel ins Hermann-Neuberger-Stadion Völklingen – folgten nur acht weitere Kurzeinsätze mit insgesamt 110 Minuten Spielzeit. Neun Mal war Fenninger ohne Einsatz im Aufgebot.

Für einen 22-Jährigen bedeuten diese Zahlen sicher keine befriedigende Leistungsbilanz, zumal er in den vergangenen beiden Jahren für den FC Ingolstadt II in 63 Einsätzen in der Regionalliga Bayern immerhin 13 Tore erzielte. „Natürlich hätte ich gern öfter gespielt, aber die Aufstellung macht der Trainer“, sagt Fenninger, „ich kann mich nur im Training anbieten. Ich denke, dass ich mich in den letzten Monaten verbessert habe.“

Dass FCS-Trainer Dirk Lottner an seinem Sturmduo festhält, auch wenn sie eine schwierigere Phase durchmachen, ist nachvollziehbar. Schließlich haben beide schon bewiesen, das sie auch in schwachen Spielen treffen können. „Wir wissen was wir an Christoph haben, aber er weiß auch, wen er vor sich hat“, sagt Lottner, „wir als Trainer hoffen, dass er sich auch mal nach einer Einwechslung belohnt.“

Bei allen drei Stürmern läuft der Vertrag zum Saisonende aus, die Leistungen von Behrens und Schmidt sind auch bei höherklassigeren Vereinen nicht unbemerkt geblieben. „Wir würden gern mit dem gleichen Personal im Angriff auch in die nächste Spielzeit gehen“, sagt Sportdirektor Marcus Mann, wohl wissend, dass alle drei andernorts Begehrlichkeiten wecken. „Ich bin einer, der sich normal über vieles zu viele Gedanken macht“, sagt Fenninger, der endlich in Saarbrücken eine eigene Wohnung gefunden hat, „darüber denke ich nicht nach. Es kommt, wie es kommt.“



Fenninger fühlt sich in Saarbrücken wohl – sowohl in der Stadt als auch in der Mannschaft. „Wir verstehen uns alle super“, sagt der 22-Jährige, „auch mit Patrick und Kevin gibt es da keine Probleme, auch wenn wir eigentlich Konkurrenten sind.“ Diese Woche ist Fenningers jüngerer Bruder Alex zu Besuch. „Sonst haben wir abends immer mit der Playstation gezockt. Es ist schön, jetzt direkt mit ihm sprechen zu können“, sagt der 18-Jährige, der seinem Bruder zum Verwechseln ähnlich sieht und der froh ist, dass sich an dessen positiver Lebenseinstellung nichts geändert hat: „Er ist immer noch der selbe Lausbub wie früher.“

An diesem Samstag kommt mit Ulm ein unangenehmer Gegner nach, der nach anfänglichen Schwierigkeiten zuletzt sein Potenzial ausschöpfen konnte. Die Spatzen stehen mittlerweile auf Platz zwölf der Tabelle. Dominic Rau und Markus Obernosterer trainieren zwar wieder voll mit, sind aber noch kein Thema für den Kader. „Wir haben gegen Steinbach eine gute Leistung abgerufen. Da muss man sehen, wo es Sinn macht, die Mannschaft zu verändern. Wir würden die Rückrunde gerne so beginnen, wie die Vorrunde“, sagt Lottner, „wir haben 18 Spiele vor uns, unseren Platz zu verteidigen.“ Oder wie Christoph Fenninger sich seinen zu erkämpfen.