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SV Elversberg
„Ich wollte nur die Wünsche der Trainer erfüllen“

Sportdirektor Roland Seitz hat die SVE-Profis als Interimstrainer übernommen.
Sportdirektor Roland Seitz hat die SVE-Profis als Interimstrainer übernommen. FOTO: Andreas Schlichter
Elversberg. Elversbergs Sportdirektor und Interimstrainer Seitz wehrt sich gegen Kritik an seinen Spielerverpflichtungen. Gestern leitete er erstmals das Training. Heiko Lehmann

Ziemlich genau vor vier Jahren stand Roland Seitz zum letzten Mal als Trainer auf dem Fußballplatz. Damals entließ die Führung der SV Elversberg Dietmar Hirsch im Abstiegskampf in der 3. Liga. Sportdirektor Roland Seitz übernahm bis zum Saisonende das Traineramt, konnte den Abstieg aber nicht mehr verhindern. Am vergangenen Sonntag feuerte die SVE Cheftrainer Karsten Neitzel. Neun Gegentore aus nur vier Spielen und ein Sieg nach der Winterpause waren zu viel. Roland Seitz übernahm erneut als Interimstrainer – und stand gestern beim ersten Training mit der Mannschaft auf dem Platz.


„Es wird wohl so kommen, dass ich bis zum Saisonende Trainer bleibe. Wir haben uns noch keine Gedanken gemacht, wer neuer Trainer werden soll. Das ist alles noch zu früh“, sagt Roland Seitz, der mitteilte, dass es keinen Kontakt zu Petrik Sander oder Jens Kiefer als mögliche Neitzel-Nachfolger gibt. Dass Seitz in der kommenden Saison Trainer und Sportdirektor bei der SVE macht, schloss der 53-Jährige aus. Der Vertrag als Sportdirektor läuft am Saisonende aus. „Wir sind uns einig, dass es eine gemeinsame Zukunft gibt, aber es ist noch nichts unterschrieben. Auch die Laufzeit eines neuen Vertrages steht noch nicht fest“, erklärt Seitz.

Der Mann aus der Oberpfalz bekommt von den SVE-Fans aktuell die volle Breitseite der Kritik ab. Einzelne Fans drohten bereits beim Saarlandpokalspiel heute, 19 Uhr, beim TuS Herrensohr und am Samstag im Heimspiel gegen Hessen Kassel 90 Minuten lang „Seitz raus“ zu rufen. „Damit können sie im Endeffekt nur der Mannschaft schaden. Wenn sie es für richtig halten, dann sollen sie es machen“, sagt Seitz.

Oberster Kritikpunkt sind Fehleinkäufe in den vergangenen Jahren. Viele, vor allem alte Spieler wurden geholt, entpuppten sich aber nicht als Verstärkungen. Unter Trainer Michael Wiesinger waren dies Milan Ivana, Steffen Bohl und Edmond Kapllani. „Ich habe diese Entscheidungen mitgetragen, aber es waren die Wünsche des Trainers. Diese wollten wir erfüllen“, so der SVE-Sportdirektor, der die gleiche Erklärung auch für die Verpflichtungen vor dieser Saison hatte. Johannes Rahn (kein Tor in drei Jahren) sowie Milad Salem und Smail Morabit (beide suspendiert) waren die Fehleinkäufe in dieser Saison und haben auch für die kommende Saison noch Verträge. „Ende der Drittligasaison 2014 habe ich mitbekommen, wie Salem bei den Fans in Ungnade gefallen ist, und ich habe auch seine Verletzungshistorie gekannt. Auch hier habe ich die Wünsche des Trainers akzeptiert. Salem hatte unter Neitzel in Kiel gespielt, Morabit unter Neitzel in Bochum“, klärt der 53-Jährige auf: „In meiner Philosophie spielen eigentlich junge Spieler zwischen 18 und 25 Jahren eine Rolle. Ich wollte in den vergangenen Jahren nur die Wünsche der Trainer erfüllen. Das hat jetzt ein Ende. Unser Scout Ole Book hat in dieser Saison sehr viele Spieler beobachtet. Von diesen werden wir einige für die kommende Saison holen.“

Im ersten Training unter dem neuen Interimstrainer wurde gestern der Spielaufbau geübt. Die zweite Baustelle ist, die Anzahl der Gegentore zu reduzieren. Das Ziel der SVE für die verbleibende Saison ist der Gewinn des Saarlandpokals. Das Erreichen eines Relegationsplatzes hat Seitz abgeschrieben. Dafür soll es in der kommenden Saison einen neuen Anlauf geben.