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Fußball-Saarlandpokal
FC Homburg setzt auf seine Offensivkraft

Am vergangenen Freitag bejubelten die Homburger einen Treffer von Marco Gaiser (Zweiter von links), heute wollen sie den FCS aus dem Pokal werfen.
Am vergangenen Freitag bejubelten die Homburger einen Treffer von Marco Gaiser (Zweiter von links), heute wollen sie den FCS aus dem Pokal werfen. FOTO: Mischa
Homburg. Die neu formierte Mannschaft des Fußball-Oberligisten misst sich heute im Saarlandpokal mit dem 1. FC Saarbrücken. Von Ralph Tiné

Es ist das Saarderby mit den größten Emotionen, der schärfsten Rivalität. Und es ist das Duell der in dieser Saison erfolgreichsten saarländischen Fußballclubs. Heute um 19 Uhr empfängt der FC Homburg, mit 24 Siegen aus 24 Spielen Spitzenreiter der Oberliga, den souveränen Tabellenführer der Regionalliga, den 1. FC Saarbrücken, im Viertelfinale des Saarlandpokals. FCH-Geschäftsstellenleiter Armin Kierer erwartet „5000 bis 6000 Zuschauer“ im Waldstadion.


Die Favoritenrolle liegt klar beim FCS. „Wir sind demütig, weil wir wissen, was da auf uns zukommt. Da muss man nicht drumherum reden“, sagt Außenbahnspieler Jaron Schäfer, der beim FCS ausgebildet wurde. Was spricht demnach für die Homburger im heutigen Duell? „Ich würde ganz klar sagen das Selbstvertrauen. Wir haben in dieser Saison noch kein Spiel verloren. Da fühlt man sich schon sehr selbstbewusst in so einer Situation“, sagt Schäfer.

Dass der 24-Jährige, der bis zu seinem Kreuzbandriss im Januar 2017 einer der besten Homburger war, in diesem Jahr nur zu zwei Kurzeinsätzen kam, ist einem Bluterguss im Knie geschuldet, der ihn in der Vorbereitung zwei Wochen lahm gelegt hatte. In der vor der Saison fast komplett neu formierten Homburger Mannschaft hat der bisherige Platzhirsch auf der linken Offensivseite mit Patrick Lienhard auch starke Konkurrenz bekommen. Der Ex-Trierer ist mit zwölf Toren und fünf Assists einer der besten Scorer der Liga. Dass die vier in diesem Klassement vor ihm liegenden Spieler ebenfalls alle aus Homburg kommen, zeigt die enorme Offensivstärke, über die der FCH verfügt.

Ein Problem könnte dem FCH allerdings in der vordersten Sturmreihe entstehen. Ausgerechnet Patrick Dulleck, der mit 19 Toren und 14 Vorlagen sowohl die Torjäger- als auch die Scorerliste in der Oberliga mit Abstand anführt, hat sich beim jüngsten 3:0-Sieg gegen den FSV Jägersburg eine Verletzung in der Kniekehle zugezogen und konnte zu Wochenbeginn nur eingeschränkt trainieren. Ob er heute auflaufen kann, wird sich wohl erst kurz vor der Partie entscheiden.

Sollte Dulleck ausfallen, dürfte Tom Schmitt (elf Tore, zehn Vorlagen), der bislang meist die rechte Offensivseite besetzt hat, neben Konstantinos Neofytos (zehn Tore, neun Vorlagen) in die Sturmspitze rücken. Kai Hesse steht zwar seit zwei Wochen wieder im Mannschaftstraining, ist nach seiner achtmonatigen Verletzungspause infolge eines Knorpelschadens aber noch kein Thema für den heutigen Kader.



Hinter den Spitzen wirbelt der Ex-Saarbrücker Sven Sökler, der mit acht Toren und 14 Vorlagen ebenfalls Topwerte vorzuweisen hat. „Unsere Stärken liegen ganz klar in der Offensive. Und wir werden auch gegen Saarbrücken nach vorne spielen“, sagt FCH-Trainer Jürgen Luginger.

Im zentralen Mittelfeld hält Christian Telch die Fäden in der Hand. Der 30-Jährige, der vor der Saison von Eintracht Trier nach Homburg gekommen ist, spielt selten spektakulär, strahlt aber viel Ruhe aus und zeigt im Spielaufbau die nötige Übersicht. Angesichts der starken Saarbrücker Offensive ist es nicht unwahrscheinlich, dass der Trainer seinem Kapitän mit Marco Gaiser einen klassischen Zerstörer als zweiten „Sechser“ an die Seite stellt.

Besonderes Augenmerk wird heute auf der Abwehr liegen. In der Oberliga wurden Alexander Hahn und Jan Eichmann eher selten gefordert. Mit den Saarbrücker Top­angreifern Patrick Schmidt und Kevin Behrens kommt auf die beiden Innenverteidiger, die in der Regel mit Tim Stegerer (links) und Marc Gallego (rechts) die Vierer-Abwehrkette bilden, eine ganz andere Herausforderung zu. Im Tor dürfte die Wahl auf den Ex-Saarbrücker David Salfeld fallen. „Die Saarbrücker sind der Favorit, aber wir brauchen sicher nicht in Ehrfurcht zu erstarren“, sagt Marc Gallego.