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FV Eppelborn steht kurz vor der Rückkehr in die Fußball-Oberliga

Gespanntes Warten auf Verbandstag : FV Eppelborn steht kurz vor der Rückkehr in die Oberliga

Der Saarlandliga-Tabellenführer wartet gespannt auf das Votum beim SFV-Verbandstag am Dienstag. Die Saisonplanung läuft auf Hochtouren.

Spielen die Fußballer des FV Eppelborn in der kommenden Saison in der Fußball-Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar? Die Entscheidung über einen Aufstieg des aktuellen Tabellenführers der Saarlandliga wird am Dienstagabend von den Delegierten beim außerordentlichen virtuellen Verbandstag des Saarländischen Fußballverbandes (SFV) getroffen.

Der SFV selbst hat einen Antrag gestellt, die Spielzeit 2019/2020 abzubrechen und nach der Quotientenregel zu werten. Nach dieser Wertung läge Eppelborn (Quotient: 218) vor dem aktuellen Tabellendritten SC Halberg Brebach (214), dem Tabellenzweiten FSV Jägersburg (195,652) und dem SV Auersmacher auf Rang vier (195,456). „Ich bin ziemlich optimistisch, dass dieser Vorschlag des SFV durchgeht und wir kommende Saison in der Oberliga spielen“, sagt Eppelborns Sportvorstand Tobias Saar.

Allerdings gibt es gleich 20 Anträge von Vereinen zur Saisonwertung, die stellenweise eine andere Herangehensweise zur Ermittlung von Aufsteigern fordern. Doch selbst dann hätte Eppelborn gute Karten. Würde die aktuelle Tabelle gewertet, lägen die Rot-Weißen ebenfalls vorne. Bei einer Wertung der Hinrunden-Tabelle läge der Club von der Ill zwar nur auf Rang zwei hinter Brebach, doch selbst dies würde zum Aufstieg reichen. Der Grund: Der SC Halberg hat keinen Antrag auf eine Zulassung zur Oberliga beim Regionalverband Südwest gestellt. Dies mussten die Aufstiegsanwärter bis zum 2. Juni tun.

In einer Mitteilung des Vorstands, die SC-Geschäftsführer Volker Gelff der SZ übermittelte, heißt es dazu: „Der Saarländische Fußballverband hat frühzeitig eine andere Modalität zur sportlichen Bestimmung des Meisters in der Saarlandliga gewählt.“ Damit bezieht sich der Club auf die vom Verband favorisierte Ermittlung der Aufsteiger durch die Quotientenregel. Weiter erklärt die Brebacher Vereinsführung: „Diese Festlegung des Verbands hat den Verein veranlasst, die begonnenen Gespräche mit Sponsoren zur Finanzierung der Oberliga einzustellen. Vor diesem Hintergrund hat der Vorstand von einer Meldung für die Oberliga abgesehen.“

Die einzigen Szenarien, die Eppelborn damit noch vom Aufstieg abhalten würden, wären eine Annullierung der Saison oder die Entscheidung, die aktuelle Spielzeit noch fortzusetzen. Da auch diese Fälle berücksichtigt werden müssen, plant der FV Eppelborn schon seit Wochen zweigleisig. Dies hätte der Club aber auch ohne die Corona-Unterbrechung getan. „Die Planungen sind bei uns für Oberliga und Saarlandliga ähnlich. Es muss sich alles im Rahmen halten. Auch bei einem Aufstieg gibt es keine finanziellen Experimente“, sagt Saar.

Sollte der erhoffte Aufstieg am Dienstagabend feststehen, würde Eppelborn nach zweijähriger Abstinenz wieder in die fünfthöchste Spielklasse zurückkehren. In der Saison 2017/2018 musste der FV als Neuling gleich wieder absteigen. Der aktuelle Trainer Sebastian Kleer (übernahm das Amt im Sommer 2019) stand damals als Spieler auf dem Feld. „Für mich würde das in der kommenden Saison sicher ein Vorteil sein, da ich dadurch den einen oder anderen Gegner noch gut kenne“, sagt Kleer.

Beim ersten Aufstieg 2017 stürzte der FV am letzten Saarlandliga-Spieltag Tabellenführer VfL Primstal auf dessen Platz vor über 2000 Zuschauern vom Thron und kletterte selbst noch auf Platz eins. Danach folgte eine emotionale Feier. „Ich war gefühlt eine Woche lang nicht zu Hause“, erinnert sich B-Lizenz-Inhaber Kleer noch gerne an diese zurück. Ein ganz klein wenig Feiern will er mit seinem Team auch, falls am Dienstag die Rückkehr in die Oberliga gelingt. „Wenn die Entscheidung so fällt, versuchen wir, soweit die Regeln es zulassen, zumindest miteinander anzustoßen.“ Der 36-Jährige weiß aber: „Das wird sicher nicht vergleichbar mit der Ausnahmesituation nach dem Spiel damals in Primstal.“

Sportlich ist der FV Eppelborn noch auf der Suche nach einem Defensivspieler. Ansonsten steht der Kader für die kommende Saison. Die meisten Stammkräfte haben verlängert, allerdings gibt es auch zwei bittere Abgänge: Mit David Dräger (verletzungsbedingtes Karriereende) und Lucas Becker (wird Co-Spielertrainer beim SV Preußen Merchweiler) verliert der potenzielle Aufsteiger zwei langjährige Leistungsträger in der Defensive.

Dazu scheiden noch Timo Herrmann (eigene zweite Mannschaft) und Luca Schmidt (Co-Spielertrainer SG Scheuern-Steinbach/Dörsdorf) aus dem Kader aus. Vor wenigen Tagen vermeldete Eppelborn mit Luca Sesar (U19 des 1. FC Saarbrücken) seinen dritten Neuzugang für die Saison 2020/2021. Zuvor hatte der Club bereits die Verpflichtungen von Mirco Schwalbach (SG Ballweiler-W.-W.) und Nico Büch (SV Habach) bekannt gegeben.