| 20:22 Uhr

2. Bundesliga Frauen
FCS-Frauen vergeben erneut eine 2:0-Führung

Nicht zu fassen: FCS-Trainer Taifour Diane musste Jacqueline De Backer, die das 3.2 geschossen hatte, nach dem späten 3:3 trösten.
Nicht zu fassen: FCS-Trainer Taifour Diane musste Jacqueline De Backer, die das 3.2 geschossen hatte, nach dem späten 3:3 trösten. FOTO: Andreas Schlichter
Saarbrücken. Die Fußballerinnen des 1. FC Saarbrücken mussten sich am gestrigen Sonntag im Topspiel der 2. Bundesliga gegen die Reserve des FC Bayern München nach einer ebenso spektakulären wie dramatischen Schlussphase mit einem 3:3 (1:0) begnügen. Von David Benedyczuk

Vor rund 250 Zuschauern im Stadion am Saarbrücker Kieselhumes schien der Elf von Trainer Taifour Diane der Sieg nach dem siebten Saisontor von Torjägerin Jacqueline De Backer zum späten 3:2 (90.) dabei schon sicher. Zumal die Gäste nach einer Roten Karte für Barbara Brecht (54./Meckern) lange in Unterzahl agieren mussten.


Doch direkt nach dem Münchner Anstoß zog Bayerns tschechische Nationalspielerin Lucie Vonková aus 35 Metern einfach mal ab – und traf den FCS mit ihrem Kracher, der von der Latte zum 3:3 ins Tor sprang (91.), mitten ins Mark. „Wenn du ein 2:0 in Überzahl hergibst, tut das schon weh. Dann kassierst du mit dem Abpfiff durch einen Sonntagsschuss fast von der Mittellinie noch das 3:3 – bitterer geht’s nicht“, sagte FCS-Spielerin Chiara Loos nach dem dritten Remis in Folge.

Nach einem kuriosen Eigentor der Bayern (15.), bei dem die Torfrau einen Rückpass aus rund 30 Metern ins Tor gehen ließ, hatte Loos ihr Team nach der Pause mit dem 2:0 (54.) scheinbar klar auf Kurs gebracht. Doch wie schon beim 2:2 bei Turbine Potsdam II, als ihr ebenfalls das 2:0 geglückt war, reichte der Zwei-Tore-Vorsprung erneut nicht aus. Vonková traf für die dezimierten, aber weiter munter mitspielenden Gäste zum 1:2 (68.). Kurz darauf gelang Anja Pluger per Elfmeter der Ausgleich (76.). „Das war wieder Kopfsache. Wir haben ein gutes Spiel gemacht und viel Aufwand betrieben, aber unsere vielen Chancen nicht ausreichend genutzt“, monierte Diane den schwachen Torabschluss gegen einen starken Gegner.



Nachdem Samantha Herrmann bei einer Münchner Doppelchance durch Kristin Kögel zwei Mal auf der eigenen Torlinie sogar einen Rückstand verhindert hatte, schien De Backer doch für ein glückliches Ende zu sorgen, ehe Vonková für den späten Schock sorgte. „Das darf nicht passieren. Es ist einfach bitter, zumal wir wieder Geschenke verteilt haben“, sagte Loos. Immerhin bleibt der FCS mit je vier Siegen und vier Remis vor dem Spiel bei Kellerkind SV Weinberg (Sonntag, 11 Uhr) das einzige unbesiegte Team der 2. Liga und ist weiter Tabellenzweiter.