| 20:27 Uhr

SaarLorLux Badminton Open
Am Ende fehlt der entscheidende Tick

Der Inder Subhankar Dey war bei den SaarLorLux Open in Saarbrücken die große Überraschung. Der 25-Jährige warf Badminton-Legende Lin Dan frühzeitig aus dem Turnier, ließ danach auch alle anderen Konkurrenten alt aussehen und feierte zurecht seinen ersten Grand-Prix-Sieg.
Der Inder Subhankar Dey war bei den SaarLorLux Open in Saarbrücken die große Überraschung. Der 25-Jährige warf Badminton-Legende Lin Dan frühzeitig aus dem Turnier, ließ danach auch alle anderen Konkurrenten alt aussehen und feierte zurecht seinen ersten Grand-Prix-Sieg. FOTO: Sven Heise
Saarbrücken. Deutsche Badminton-Nationalspieler verpassen bei SaarLorLux Open in Saarbrücken die Finalspiele. Von Mark Weishaupt
Mark Weishaupt

Wenn der Finalsonntag bei den SaarLorLux Open, dem Badminton-Grand-Prix-Turnier in der Saarbrücker Saarlandhalle, ohne deutsche Beteiligung stattfindet, dann hat das zumeist zwei Gründe. Zum einen liegt es in der Regel daran, dass die Nationalspieler, von denen viele am Olympiastützpunkt in Saarbrücken trainieren, nicht ihr bestes Badminton auf den Court bringen konnten. Zum anderen ist das Niveau der Gegner auf der anderen Seite des Netzes manches Mal schlichtweg einen Tick höher.


Exemplarisch sei hier Marvin Seidel genannt. Der Doppel- und Mixed-Spezialist vom 1. BC Saarbrücken-Bischmisheim mühte sich am Samstag im Mixed mit seiner Partnerin Linda Efler (Union Lüdinghausen) nach Kräften gegen das englische Weltklasse-Duo Marcus Ellis/Lauten Smith. Vor allem im zweiten Satz bekamen Seidel/Efler einen sogenannten „Lauf“. Doch fünf Punkte in Folge genügten nicht, um das 14:21, 19:21 abzuwenden – eben weil sich neben teils großartig herausgespielten Punkten der Deutschen einfach zu viele leichte Fehler hinzugesellten. So zimmerte Seidel, der am kommenden Freitag 23 Jahre alt wird, alleine in Durchgang zwei zwei sogenannte „Elfmeter“ – leichte Schmetterbälle – ins Netz.

So etwas lässt sich gegen die Weltranglisten-14. von der britischen Insel in der Regel nicht mehr reparieren. Das wusste auch Seidel. Entsprechend fiel sein Fazit aus. „Ich bin ziemlich enttäuscht. Wir haben über weite Strecken zu viele Fehler gemacht, da kann man gegen eine solche Paarung nicht gewinnen“, sagte die saarländische Olympia-Hoffnung aus St. Ingbert.



Peter Käsbauer, Seidels Vereinskollege vom BCB, durfte dagegen mit dem Erreichen des Halbfinals im Mixed an der Seite von Johanna Goliszewski (1. BV Mülheim) zufrieden sein. Käsbauer/Goliszewski spielen noch nicht lange zusammen – die SaarLorLux Open waren erst ihr zweites gemeinsames Turnier. Dann die ehemaligen Weltranglisten-Vierten Kai Lu/Lu Chen aus China im ersten Satz beim 19:21 richtig in die Bredouille zu bringen, ist aller Ehren wert. „Wir hätten den Chinesen gerne einen Satz geklaut. Im ersten war es einfach unglücklich am Ende, und im zweiten haben die Gegner aufgedreht“, kommentierte Goliszewski das 19:21, 9:21.

Auch Isabel Herttrich musste sich nicht grämen, nicht am Finalsonntag aufschlagen zu dürfen. Im Mixed mit Mark Lamsfuß (BC Wipperfeld) war die Bischmisheimerin die ganze Woche über nicht ins Rollen gekommen, sodass das Aus im Viertelfinale gegen die Chinesen Lu/Chen keine große Überraschung war. Dafür hielt sich die 26-Jährige im Damendoppel mit Linda Efler schadlos und durfte mit dem Erreichen des Halbfinals mehr als zufrieden sein. Was beim 16:21, 13:21 gegen die Indionesierinnen Ni Ketut Mahadewi Istarani und Rizki Amelia Pradipta vor allem fehlte, war die Konstanz. Aber „wir haben gezeigt, dass wir in einigen Ballwechseln gut mitspielen konnten“, sagte Herttrich, für die es wie für die anderen Deutschen in dieser Woche bei den Scottish Open in Glasgow mit der Punktejagd weitergeht.

Weiter geht es auch mit den SaarLorLux Open. Das bestätigte Turnierdirektor Frank Liedke. Weil der Weltverband BWF das Turnier um eine Kategorie herabgestuft hatte, „hatte ich große Sorge, dass die Qualität der Spieler sehr leidet“, sagt Liedke, „aber dem war nicht so. Auch die Angst, die Zuschauerzahlen würden ins Bodenlose sinken, hat sich nicht bestätigt.“ Das bewies der Sonntag, an dem die Saarlandhalle bestens gefüllt war – trotz fehlender Lokalmatadoren. Stattdessen wurde der Inder Subhankar Dey zum Publikumsliebling erkoren. Und der Bezwinger von Superstar Lin Dan, der noch nie ein Grand-Prix-Finale erreicht hatte, dankte es mit einem grandiosen Finalsieg über den Engländer Rajiv Ouseph. „Diese Woche in Saarbrücken ist wie ein Traum gewesen“, sagte der 25-Jährige überglücklich.

Marvin Seidel und Linda Efler (rechts) gratulieren den Weltranglisten-14. Marcus Ellis und Lauren Smith zum Sieg im Halbfinale.
Marvin Seidel und Linda Efler (rechts) gratulieren den Weltranglisten-14. Marcus Ellis und Lauren Smith zum Sieg im Halbfinale.
Isabel Herttrich (rechts) und Doppelpartnerin Linda Efler sammelten in Saarbrücken einige Punkte für die Weltrangliste.
Isabel Herttrich (rechts) und Doppelpartnerin Linda Efler sammelten in Saarbrücken einige Punkte für die Weltrangliste.
Peter Käsbauer (rechts) gab im Mixed-Halbfinale mit Johanna Goliszewski alles, musste sich aber geschlagen geben.
Peter Käsbauer (rechts) gab im Mixed-Halbfinale mit Johanna Goliszewski alles, musste sich aber geschlagen geben.