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DOSB-Präsident Hörmann hat Lust auf mehr

DOSB-Präsident Hörmann hat Lust auf mehr

Die Mitgliederversammlung des Deutschen Olympischen Sportbundes wird über große Themen entscheiden. Die Bestätigung von Präsident Alfons Hörmann in seinem Amt gilt als reine Formsache.

Anti-Doping-Gesetz, Olympia-Bewerbung und Strukturreform: Bei der 10. Mitgliederversammlung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) an diesem Samstag in Dresden gibt es hochkarätige Themen zu beraten und zu entscheiden. Eher eine Formsache dürfte die Wiederwahl von DOSB-Präsident Alfons Hörmann sein, der vor einem Jahr die Nachfolge von Thomas Bach antrat und sich im deutschen Sport Anerkennung verschafft hat. "Er hat in seinem ersten Jahr sehr ambitioniert gearbeitet und ist viele Sachen mit unglaublichem Engagement angegangen", sagte Clemens Prokop, Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV).

Hörmann wird nicht nur geschätzt, sondern hat selbst den Spitzenposten schätzen gelernt. "Wenn ich nicht davon überzeugt wäre, dass die Aufgabe weiterhin hohe Bedeutung hat und Sinn macht", sagte der 54 Jahre alte Unternehmer, "hätte ich wunderbar das Jahr als Probezeit nutzen und am Ende entscheiden können, nicht weiter zu machen". Der frühere Skiverbands-Präsident hat aber Gefallen an der Aufgabe gefunden. "Ich kann nach einem Jahr sagen: Es ist etwas, was ich mehrere Jahre weitermachen möchte, wenn eine größtmögliche Unterstützung gegeben ist", sagte Hörmann, der vor einem Jahr mit 94,4 Prozent der Stimmen an die DOSB-Spitze gewählt wurde.

Den Start in eine Funktionärs-Karriere will in Dresden Ole Bischof wagen. Der Judo-Olympiasieger kandidiert für den Posten des Vizepräsidenten Leistungssport. Bei seinen Plänen und Zielen, wie er den deutschen Spitzensport wieder nach vorne bringen will, blieb er noch vage. "Ich will mir erstmal ein Bild machen", sagte der 35-Jährige. Unterstützung erhält er von Dirk Schimmelpfennig, der DOSB-Leistungssportdirektor wird. Der bisherige Sportdirektor des Tischtennis-Bundes löst Bernhard Schwank ab. Er soll die geplante Olympia-Bewerbung leiten. "Damit hätten wir sowohl im Ehrenamt als auch im Hauptamt die Mannschaft an Bord, die notwendig ist, um das Schiff DOSB in eine gute Richtung zu lenken", sagte Hörmann.

Großes Einvernehmen wird beim Grundsatzbeschluss zu einer Olympia-Bewerbung für 2024 erwartet. "Ich betrachte es als eine Formsache. Der Wille, sich für Olympische Spiele zu bewerben, ist ein gemeinsamer", sagte DLV-Präsident Prokop. Am 21. März soll dann bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung entschieden werden, ob Berlin oder Hamburg als deutsche Bewerberstadt ins Rennen gehen.

Ein großes Thema könnte das von der Bundesregierung vorgelegte Anti-Doping-Gesetz sein, gegen das es im DOSB in puncto Strafbarkeit für "Selbstdoping" große Widerstände gibt. Eine Debatte darüber wird es nicht geben. DOSB-Generaldirektor Michael Vesper bat darum in einem Rundschreiben. Für juristische Feinheiten sei die Versammlung nicht das richtige Forum. "Wenn man mit zehn Juristen spricht, erhält man nicht elf Meinungen, sondern 20", sagte Hörmann.Hoher Einsatz in Monaco: Nur einen Steinwurf vom legendären Spielcasino in Monte Carlo entfernt setzt Thomas Bach , der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), alles auf eine Karte. Sollte die Weltregierung des Sports zentrale Punkte seiner Agenda 2020 ablehnen, wäre das für die olympische Bewegung und ihn persönlich ein Desaster.

Über das Wochenende hat Bach Zeit, die IOC-Familie auf die größten Veränderungen ihrer jüngeren Geschichte einzuschwören. Am Montag und Dienstag stimmen dann 115 IOC-Mitglieder auf ihrer Session im Kongresszentrum des Fürstentums über die Aufnahme der Agenda-Punkte ab.

Die dramatisch gesunkene Anzahl von Bewerbern für die Ausrichtung von Olympischen Winterspielen hat verdeutlicht, dass ein "Weiter so" nicht möglich ist. Reformen sind unverzichtbar. Vor zwei Wochen präsentierte Bach die 40 Verbesserungsvorschläge aus seinem Programm. Die wichtigsten Änderungen betreffen das Bewerber-Verfahren. Olympia soll billiger werden und sich den Bedürfnissen der Ausrichter-Stadt anpassen.