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Furcht vor größerem Ungleichgewicht

Furcht vor größerem Ungleichgewicht

Bei aller Freude über die Erfolge der deutschen Fußball-Nationalmannschaft sieht Alfons Hörmann darin auch eine Gefahr für die gesamte deutsche Sportlandschaft. "Wir müssen uns alle fragen, ob nicht ein Ungleichgewicht erreicht ist, das Anlass zu großer Sorge gibt.

Wird unsere Sportlandschaft nicht fast zu sehr vom Fußball geprägt?", sagte der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) gestern der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Der Fußball habe hierzulande den ersten Zugriff "auf alles", sagte Hörmann, nicht nur auf Talente, Sponsoren und Medien. "Man hat den Eindruck, dass beim Fußball die Politiker vor der Kabine Schlange stehen, während andere Sportarten froh wären, wenn sie überhaupt ins Stadion kämen", sagte Hörmann vor der DOSB-Mitgliederversammlung am 6. Dezember in Dresden.

Durch die deutsche Beteiligung an der Ausrichtung der paneuropäischen EM-Endrunde 2020 und der möglichen Ausrichtung der EM 2024 werde sich dieser Trend sogar noch verstärken, glaubt Hörmann: "Man muss kein Prophet sein, um vorauszusagen, dass der deutsche Fußball damit künftig noch präsenter sein wird, wodurch sich das Ungleichgewicht noch verstärkt."

Angesichts der Fußball-Übermacht befürchtet Hörmann in der öffentlichen Wahrnehmung einen Absturz des Restsports in die Bedeutungslosigkeit. Um dem entgegenzuwirken, "eignen sich Olympische Spiele perfekt", sagte Hörmann, "darum muss, wer die Vielfalt des Sports erhalten will, Olympia stärken." Die finanziellen Mittel im Sport sollten gezielter als bisher zur Förderung eingesetzt werden. "Wo die Voraussetzungen erkennbar nicht gegeben sind, weltweit konkurrenzfähig zu sein, und wo ein erfolgreicher Ligabetrieb fehlt, sollte man nicht fördern. Das gilt auch für olympische Sportarten", sagte DOSB-Chef Hörmann.