Hörmann erwartet Rückendeckung

Hannover · Die zwölfte Mitgliederversammlung des Deutschen Olympischen Sportbundes steht ganz im Zeichen des Hamburger Olympia-Desasters. Für den Präsidenten Alfons Hörmann ist es, wie er sagt, der „Tag der Wahrheit“.

Auf der Mitgliederversammlung an diesem Samstag in Hannover muss der Deutsche Olympischen Sportbund (DOSB) die Weichen für eine Zukunft ohne sein Traumziel Olympische Spiele im eigenen Land stellen. Präsident Alfons Hörmann ist bereit dazu, erwartet aber volle Rückendeckung. Entsprechend legt der 55-Jährige seine persönliche Zukunft in die Hände der DOSB-Mitglieder aus den Verbänden und Institutionen. Das Treffen im Maritim Airport Hotel werde für ihn zum "Tag der Wahrheit": "Ist die uneingeschränkte Unterstützung da? Oder gibt es den klaren Aufruf: Überlegt mal, was ihr da alles falsch gemacht habt?"

Nach dem geplatzten Traum von der Bewerbung um die Olympischen Spiele 2024 denke er "kritisch und selbstkritisch darüber nach", wie es zu dem negativen Votum der Hamburger kommen konnte und welche Konsequenzen zu ziehen seien.

Einen Überblick über mögliche eigene Fehler gibt er nicht, ohnehin sei für ihn nicht die entscheidende Frage, "wie man es selber bewertet", sagte Hörmann: "Sondern: Wie sehen das die Mitglieder?" Er habe in der Schule gelernt, dass "die Bewertung der Leistung andere vornehmen".

Dass ihm ein Sturm der Entrüstung bevorstehen könnte, der ihn nach zwei Jahren an der Spitze des DOSB aus dem Amt fegt, ist nicht zu erwarten. Zum einen wagte sich seit dem schwarzen Sonntag von Hamburg kaum ein Kritiker aus der Deckung. Zum anderen wäre ein Angriff auch ein Spiel mit dem Feuer, denn er könnte den Anschein eines üblen Nachtretens bekommen. Zur Erinnerung: Am 21. März dieses Jahres stimmten 410 anwesende DOSB-Mitglieder in der Frankfurter Paulskirche für die Hamburger Olympia-Initiative - und kein einziger dagegen. Der Präsident bekam sogar Zuspruch. "Hörmann hat es nicht verbockt. Er konnte am allerwenigsten für das Nein der Hamburger. Finanzierung, Zuwanderung, Terror, DFB, Fifa - nichts davon konnte er beeinflussen", sagte Christoph Niessen, der Vorstandsvorsitzende des Landessportbundes Nordrhein-Westfalen.

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