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Die Saarbrücker im Fußballhimmel

Die Saarbrücker im Fußballhimmel

Verdammt lang ist's her, doch wirklich. Als etwas älterer Mann muss man schon etwas in seinem Gedächtnis kramen, um sich die historische Dimension des deutschen WM-Erfolgs vom Sommer 1990 noch einmal zu vergegenwärtigen. Aber es war tatsächlich plötzlich vieles anders. "Brehme schoß Saarbrücken in den Fußballhimmel", lautete am Dienstag, 10

Verdammt lang ist's her, doch wirklich. Als etwas älterer Mann muss man schon etwas in seinem Gedächtnis kramen, um sich die historische Dimension des deutschen WM-Erfolgs vom Sommer 1990 noch einmal zu vergegenwärtigen. Aber es war tatsächlich plötzlich vieles anders. "Brehme schoß Saarbrücken in den Fußballhimmel", lautete am Dienstag, 10. Juli 1990, eine Überschrift in der Lokalausgabe der "Saarbrücker Zeitung". Offensichtlich brauchten die damaligen Kolleginnen und Kollegen etwas Abstand, um die Sache richtig einzuordnen - und zu würdigen. Am Final-Abend war in der City der Landeshauptstadt wenn nicht schon die Hölle, dann auf jeden Fall aber jede Menge los: eine von Autos und Menschen verstopfte Bahnhofstraße (damals noch keine Fußgängerzone), Jubel, Trubel, Heiterkeit ringsum, spontane Fantreffen am St. Johanner Markt mit Konfetti-, Sekt- und Champagnerregen, Freudengesängen, Fahnenschwenken und und und. Der Autor verfolgte das Geschehen erst etwas ungläubig und bald fasziniert. Da hatte er gedacht, dass das Volk angesichts bereits mehrere Monate anhaltender Vereinigungs-Euphorie eigentlich nicht mehr zu ganz großen Gefühlsausbrüchen fähig wäre - und dann so was. Der Versuch vieler Saarbrücker, den WM-Sieg mit einem Autokorso durch die Stadt zu würdigen, blieb übrigens im Ansatz stecken. Noch Stunden nach Abpfiff des Spiels war der Innenstadtverkehr förmlich lahmgelegt. Was ein einziges Tor doch alles auslösen kann . . . Vor 20 Jahren wurde Deutschland in Italien zum letzten Mal Fußball-Weltmeister. SZ-Redakteure und Mitarbeiter schreiben, wo sie am 8. Juli 1990 waren und wie sie sich gefühlt haben, als Andi Brehme die DFB-Elf in Rom gegen Argentinien per Elfmeter zum Titel schoss.