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Der Heimschläfer hofft auf den Hattrick

Der Heimschläfer hofft auf den Hattrick

In Monaco dreht sich am Sonntag das PS-Roulette. Der sechste Formel-1-Lauf ist einer der Höhepunkte im WM-Kalender. Die Chance, dass ein Mercedes-Pilot gewinnt, ist groß. Überraschungen sind aber nicht ausgeschlossen. Gefahren lauern überall.

Der Große Preis von Monaco ist der unberechenbarste im WM-Kalender. Nirgendwo sonst ist der Grat zwischen Erfolg und Misserfolg so schmal. Hier können Außenseiter zu Helden werden. Bleibt es trocken, ist die Pole-Position, der erste Startplatz, am Samstag die halbe Miete für den Sieg am Sonntag. Das Mercedes-Werksteam hat diese Situation in den beiden vergangenen Jahren in höchster Perfektion demonstriert, als Nico Rosberg und Lewis Hamilton die erste Startreihe besetzten. Der Deutsche war 2013 und 2014 der Fürst von Monaco . Jetzt hat er den Hattrick vor Augen.

Mit breiter Brust und viel Rückenwind kommt der gebürtige Wiesbadener aus Barcelona zum Rennen in seine Wahlheimat. Der Spanien-Grand-Prix war die Auferstehung des Deutschen. Rosberg musste bis zu diesem fünften Lauf viel einstecken. Seit Brasilien 2014 hatte er nicht mehr gewonnen. Stallrivale Hamilton hatte Rosberg vier Niederlagen beigebracht.

Als haushohe Favoriten und mit besten Voraussetzungen reist Mercedes auch zum Straßen-Roulette an die Cote d'Azur. "Monaco ist die legendärste, spannendste und anspruchsvollste Strecke von allen. Die Atmosphäre ist etwas ganz Besonderes. Für mich ist es ein Heimrennen", äußert sich "Heimschläfer" Rosberg. Hauptgegner dürfte wieder einmal der ungeliebte Teamkollege Hamilton sein. "Ich erwarte, dass jedes Rennwochenende mit ihm ein Kampf sein wird, egal wo wir sind", sagte Rosberg. Der Blondschopf versucht, seine Angreiferrolle neu zu definieren. Er setze auf seine "deutschen Tugenden", also eiserne Disziplin. In seinen Videoblogs erklärt der 29-Jährige auch geduldig, wo aus seiner Sicht die Probleme liegen. Viele kreiden ihm an, wie er sich über seinen ärgsten Gegner äußert. "Sage ich nichts, ist es auch falsch, dann werde ich auch kritisiert", sagte Rosberg.

Ob Hamilton wegen Rosbergs erstem Saisonsieg nach dem Spanien-Grand-Prix Nervenflattern bekam, ist nicht bekannt. Dafür aber, dass der amtierende Weltmeister sich ein dickes Fell zugelegt hat. Er ignoriert zu mindest nach außen hin alles, was einem Selbstzweifel nahe kommen könnte. Der Brite ist jedenfalls fest entschlossen, das Blatt beim Glamour-Rennen wieder zu wenden, nachdem er in Barcelona die erste teaminterne Niederlage der Saison einstecken musste. "Ich hatte in Barcelona nicht mein bestes Wochenende. Mit Platz zwei war aber die Schadensbegrenzung in Ordnung", sagt er in einem Blog. Für den Monaco-Sieger von 2008, damals noch im McLaren-Mercedes , ist das Straßenrennen durch den Leitplanken-Dschungel "als Fahrer die größte Herausforderung des Jahres. Man muss ein Gefühl für die Strecke entwickeln und überall millimetergenau fahren. Der kleinste Fehler kann dein gesamtes Wochenende ruinieren." Und er weiß: "Das Auto steht nicht so sehr im Mittelpunkt, es kommt rein auf das fahrerische Können und den Mut hinter dem Lenkrad an. Das macht es so besonders."

Eine Monaco-Rechnung hat der Brite mit dem Deutschen noch offen. Rosberg hatte seinem Rivalen 2014 in der Qualifikation in der letzten Runde eine mögliche Pole-Position versaut. Der Wahl-Monegasse verbremste sich vor der Mirabeau-Kurve, musste in den Notausgang lenken. Gelbe Flaggen bestimmten das Bild. Hamilton musste vom Gas - und fühlte sich betrogen. Die bis dahin heile Mercedes-Welt hatte Risse bekommen. Die anstehende Qualifikation am Samstag ist der erste Höhepunkt - und das Duell der "Silberkiller" elektrisiert die Formel 1 .

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Am RandeUnmittelbar vor dem Großen Preis von Monaco hat Weltmeister Lewis Hamilton seinen Vertrag bei Mercedes gestern um drei Jahre verlängert. "Selbst nach den Erfolgen des vergangenen Jahres ist mein Hunger nicht gestillt, sondern größer denn je", sagte der 30-Jährige. Laut Medienberichten bringt ihm der Vertrag, um den monatelang gefeilscht wurde, bis zu 37 Millionen Euro pro Jahr. Hamilton fährt seit 2013 für das Mercedes-Werksteam.wip