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Der Unmut legt sich nicht

Der Unmut legt sich nicht

Nach elf erfolgreichen Jahren haben sich die Saarlouis Royals von Trainer René Spandauw getrennt – offiziell aus finanziellen Gründen. Das aber muss bezweifelt werden nach den aktuellen Entwicklungen.

Die Trennung von Trainer René Spandauw und Frauenbasketball-Bundesligist TV Saarlouis Royals ist noch keine zwei Wochen alt. Und die Wogen, die sich im Umfeld der Royals aufgebaut hatten nach der Demission des erfolgreichen Niederländers, haben sich nicht geglättet - im Gegenteil. Dass das Management der Saarlouis Royals am vergangenen Freitag mit dem Litauer Saulius Vadopalas den Namen des künftigen Trainers präsentierte, sorgte für noch mehr Unmut, wie sich mit einem Blick in die sozialen Netzwerke belegen lässt.

Der Unmut entzündet sich vor allem an der Tatsache, dass Dieter Therre, Gesellschafter der M.U.T. Sportmarketing GmbH, die die Bundesliga-Lizenz für die Royals innehat, für die Trennung von Spandauw finanzielle Gründe geäußert hatte. In den vergangenen Tagen gab es verstärkt Aktivitäten von Privatpersonen - nach Informationen der Saarbrücker Zeitung sogar von Funktionsträgern aus dem Verein -, zusätzliche Gelder zu beschaffen, um Spandauw doch noch weiterbeschäftigen zu können. Die Geldbeschaffung hätte sogar funktioniert, aber eine Einigung scheiterte offenbar daran, dass die M.U.T. Sportmarketing GmbH mit Spandauw einfach nicht mehr weitermachen wollte - unabhängig vom Geld.

Statt Spandauw soll es also Vadopalas richten - ein Trainer, dessen Vita sich durchaus ansprechend liest. Der 60-Jährige war in den vergangenen drei Jahren Co-Trainer des russischen Topclubs BC Dinamo Kursk, seines Zeichens Eurocup-Sieger 2012 und Finalist 2014. Ob Vadopalas bei den Royals für weniger Geld arbeiten wird, wie es Spandauw bislang getan hat, scheint dabei schwer vorstellbar.

Sicher ist bereits jetzt: Auf Vadopalas, der seine Arbeit am 1. August aufnehmen soll, wartet eine Menge Arbeit. Verträge für die kommende Saison bei den Royals besitzen derzeit nur Stina Barnert, Jamailah Adams und Gina Groß. Die US-Amerikanerinnen Kayla Tetschlag, La'Keisha Sutton und Kellindra Zackery werden nach SZ-Informationen nicht mehr zurückkehren. Joana Meyer wird studienbedingt wohl für ein Jahr nach Schweden gehen. Auch eine Einigung mit Levke Brodersen, die nach ihrem Kreuzbandriss im November 2014 zurzeit täglich fünf Stunden in der Reha an ihrer Rückkehr arbeitet, steht noch aus.

Wie es mit Spandauw weitergeht, ist noch ungewiss. Bundesligist Halle hat ihm einen unterschriftsreifen Vertrag hingelegt, aber Spandauw, der die Bedingungen vor Ort schon begutachtet hat, hat sich noch nicht entschieden, weil er auch ein, zwei Optionen hat, in der Region zu bleiben. In den nächsten zehn Tagen könnte eine Entscheidung fallen. Sicher ist: Am 20. Juni geht es für ihn nach Tansania in Urlaub. Ganz ohne Basketball geht es dort aber auch nicht: "Ich werde dort Spielerinnen coachen und einige Trainer anleiten", sagt Spandauw, "da freue ich mich total drauf".