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FCS gewinnt 4:0 gegen TSV Steinbach
Das Gipfeltreffen kann kommen

 Blau-schwarze Glückseligkeit: Die Spieler bejubeln das Tor von Tobias Jänicke (links) zum 2:0. Das Topspiel gegen den TSV Steinbach endete mit 4:0. Der FCS ist bereit für das Gipfeltreffen mit Waldhof Mannheim.
Blau-schwarze Glückseligkeit: Die Spieler bejubeln das Tor von Tobias Jänicke (links) zum 2:0. Das Topspiel gegen den TSV Steinbach endete mit 4:0. Der FCS ist bereit für das Gipfeltreffen mit Waldhof Mannheim. FOTO: Ruppenthal
Saarbücken. Das Topspiel vor dem Topspiel hat der FCS klar gewonnen. Steinbach hatte keine Chance, jetzt geht’s gegen Waldhof. Von Patric Cordier

Am 22. Spieltag der Fußball-Regionalliga Südwest haben die beiden führenden Vereine der Liga ihre Ausnahmestellung unterstrichen: Tabellenführer Waldhof Mannheim entledigte sich mit dem 2:0 beim SC Freiburg II selbst eines Konkurrenten, der 1. FC Saarbrücken beendete beim 4:0 (1:0)-Sieg im Verfolgerduell alle Träume des TSV Steinbach. „Natürlich war die erste Frage, wie Waldhof gespielt hat“, gestand FCS-Kapitän Manuel Zeitz nach dem Spiel und beendete damit den Mythos, dass man vor dem Gipfeltreffen der Titelkandidaten in Mannheim nächsten Samstag nur auf sich selbst schaut.


3000 Zuschauer in Völklingen sahen in den ersten 25 Minuten ein atemberaubendes Fußballspiel. Beide Trainer schienen den Querpass als Stilmittel verboten zu haben. So ging es nach Ballgewinn auf beiden Seiten sofort mit dem Vertikalpass nach vorne. Das Tempo war hoch, die Zweikämpfe intensiv. Aber weil beide Abwehrreihen zunächst gut standen, kam es zu wenigen Torraumszenen.

Der FCS hatte taktisch umgestellt. Nino Miotke, Marco Kehl-Gomez und Steven Zellner bildeten in der Defensive eine Dreierkette, José Pierre Vunguidica und Tobias Jänicke beackerten die Außenbahnen. Zeitz und der überragende Fanol Perdedaj standen in der Zentrale, Ivan Franjic bekam den Vorzug gegenüber Markus Mendler hinter den Spitzen Sebastian Jacob und Gillian Jurcher.



Jurcher war es auch, der den ersten Fehler der Gäste eiskalt bestrafte. Nico Herzig unterschätzte einen langen Ball von Kehl-Gomez, Jurcher drehte sich schnell und ließ Torwart Tim Paterok keine Abwehchance – 1:0 (27. Minute). Nach einer kurzen Atempause hatten die Gäste ihre beste Phase. Steinbach drängte den FCS in den eigenen Strafraum, echte Chancen erspielte man sich nicht. „FCS-Torwart Daniel Batz musste nur einmal eingreifen“, sagte TSV-Trainer Matthias Mink: „Das war von uns zu wenig.“

Und es wurde noch weniger. Nach dem Wechsel kontrollierte der FCS die Partie. Perdedaj schickte Jänicke in den Strafraum, der aus spitzem Winkel auf 2:0 erhöhte (60.). Die Partie war entschieden, Steinbach steckte auf, der FCS legte von der Bank enorme Qualität nach. Mendler kam rein und traf mit einem sehenswerten Freistoß in den Winkel zum 3:0 (67.). „Ich stelle mir zweimal in der Woche die Mauer und übe Freistöße, das hat sich ausgezahlt“, sagte Mendler: „Natürlich war ich sauer, dass ich draußen war. Aber ich habe die richtige Antwort gegeben.“ Sogar mit Ausrufezeichen: In der Schlussminute brachte Miotke den Ball nach vorne. Der ebenfalls eingewechselte Marcel Carl ließ den Pass durch, Jacob legte quer, und Mendler besorgte völlig unbedrängt den 4:0-Endstand. „Wenn du gegen die beste Abwehr der Liga vier Tore schießt, hast du nicht viel falsch gemacht“, sagte FCS-Trainer Dirk Lottner, der sich anders als in Stadtallendorf diesmal nicht hatte vom Gegner überraschen lassen.

Doch trotz der souveränen Vorstellung geht der FCS nicht sorgenfrei in die Vorbereitung auf das Gipfeltreffen. Perdedaj musste mit einer Schulterverletzung raus. Was es genau ist, wird eine MRT-Untersuchung klären. Der Mann mit dem Bart ist in bestechender Form und als Dreh- und Angelpunkt im Mittelfeld trotz aller Qualität des Kaders nur schwer zu ersetzen. „Wir haben es in der eigenen Hand, wenn wir unsere Spiele gewinnen“, gab Kapitän Zeitz die Richtung zum Aufstieg vor: „Wir haben jetzt ein geiles Spiel in Mannheim, und danach wissen wir mehr.“ Denn noch beträgt der Rückstand weiterhin fünf Zähler.