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Regionalliga Südwest
Das Topspiel vor dem Topspiel

 FCS-Mittelfeldregisseur Markus Mendler, hier gegen den Mainzer Niklas Kölle, weiß, dass gegen Steinbach ein Sieg hermuss. „Wir dürfen ihnen nichts schenken, denn sie werden uns auch nichts schenken“, bemüht er eine Floskel.
FCS-Mittelfeldregisseur Markus Mendler, hier gegen den Mainzer Niklas Kölle, weiß, dass gegen Steinbach ein Sieg hermuss. „Wir dürfen ihnen nichts schenken, denn sie werden uns auch nichts schenken“, bemüht er eine Floskel. FOTO: Thomas Wieck
Saarbrücken. Der Regionalliga-Zweite 1. FC Saarbrücken empfängt am Samstag den TSV Steinbach zum Verfolgerduell. Von Patric Cordier

Verliert der 1. FC Saarbrücken die nächsten beiden Spiele, könnten Meisterschaft und Aufstieg in der Fußball-Regionalliga Südwest vorentschieden sein. Doch selbst wenn die Blau-Schwarzen an diesem Samstag in Völklingen gegen den TSV Steinbach und eine Woche später beim bislang so souveränen Tabellenführer SV Waldhof Mannheim (Anstoß jeweils 14 Uhr) gewinnen würden, wäre das FCS-Trainer Dirk Lottner bei seinem Amtsantritt vor zweieinhalb Jahren gesteckte Ziel „Aufstieg“ noch lange nicht erreicht. Die viel zitierte „Woche der Wahrheit“ ist also bestenfalls richtungweisend.


„Mit dem Sieg zum Restrundenauftakt in Stadtallendorf haben wir unsere Pflicht erfüllt“, sagt FCS-Regisseur Markus Mendler vor dem Verfolgerduell, „gegen Steinbach brauchen wir jetzt die drei Punkte, damit wir nächste Woche dann wirklich das Top-Spiel haben werden.“

Unterschiedlicher als die beiden Clubs können Vereine kaum sein. Da ist auf der einen Seite der saarländische Traditionsverein, das Gründungsmitglied der Bundesliga mit noch immer großer Anhängerschaft, der viel zu lange schon von der bundesweiten Fußballkarte verschwunden ist. „Wir sind uns der Qualität und Stärke Saarbrückens bewusst und wissen, dass es ein sehr schweres Auswärtsspiel wird. Wir haben aber unter anderem in Homburg schon gezeigt, wie gut und vor allem wie erfolgreich wir spielen können“, sagt Matthias Mink. Der Ex-Profi ist Trainer der Hessen, die von den sogenannten „organisierten Fans“ gerne als „Produkt“ wie 1899 Hoffenheim oder RB Leipzig angesehen werden und die mit dem Drittliga-Aufstieg so gerne erstmals bundesweit Beachtung finden würden. Beim FCH siegte Steinbach nach einer Demonstration der Stärke souverän 2:0. Vor genau zehn Jahren spielte der TSV aus dem Ortsteil von Haiger noch in der untersten, der zehnten Liga, ehe mit Hilfe eines örtlichen Bremsenherstellers ein Höhenflug begann.



In der Winterpause hat Saarbrückens Sportdirektor Marcus Mann mit Benjamin Kessel und Pierre Fassnacht zwei Defensivspieler abgegeben und dafür seinem Trainer Lottner mit Ivan Franjic eine weitere Offensivoption bereitgestellt. Steinbach war dagegen deutlich aktiver auf dem Transfermarkt. Matay Birol (Tor), Junior Ebot-Etchi (Verteidiger) sowie die Stürmer Christopher Kramer und Marcel Reichwein wurden geholt. Dennoch: Saarbrücken siegte mit Anlaufproblemen in Stadtallendorf 3:0, Steinbach unterlag gegen den SC Freiburg II 1:2.

„Das Ergebnis des TSV hat für uns keine Bedeutung, für Steinbach dagegen schon. Wenn sie oben dranbleiben wollen, dürfen sie gegen uns auf keinen Fall verlieren oder müssen vielleicht sogar schon gewinnen“, sagt Lottner, der auf Marco Holz (Magen-Darm-Probleme) verzichten muss. Dafür stehen Martin Dausch (nach Grippe) und Marco Kehl-Gomez (nach Sperre wieder zur Verfügung. Die Frage, ob „KG“ für den im Auftaktspiel starken Nino Miotke in die Startelf rutscht, könnte durchaus mit einem „neben“ beantwortet werden. Denn gegen die kopfballstarken Steinbacher könnte auch eine Systemumstellung auf Dreierkette in Frage kommen.

„Wir wisssen, was auf uns zukommt. Steinbach ist eine erfahrene, abgezockte, eklige Mannschaft“, sagt Lottner über den Gegner, der mit erst 19 Gegentreffern die beste Defensive der Liga stellt, „sie sind in der eigenen Viererkette gut organisiert, agieren sehr kompakt und geschlossen.“ Und dazu kompromisslos im Zweikampf. „Fußball ist eine Kontaktsportart“, winkt Mendler ab, „wir müssen voll dagegenhalten.“ Bei einem FCS-Sieg wäre zumindest vorläufig aus dem Drei- ein Zweikampf an der Spitze geworden.