| 18:17 Uhr

Unentschieden bei Kickers Offenbach
Jacob rettet dem FCS einen Punkt

Er ist nach seiner Verletzung wieder fit und steht gleich wieder im Mittelpunkt: FCS-Stürmer Sebastian Jacob (links, hier im Kopfballduell mit Niklas Hecht-Zirpel) erzielt gegen Offenbach kurz vor Schluss den 1:1-Ausgleich.
Er ist nach seiner Verletzung wieder fit und steht gleich wieder im Mittelpunkt: FCS-Stürmer Sebastian Jacob (links, hier im Kopfballduell mit Niklas Hecht-Zirpel) erzielt gegen Offenbach kurz vor Schluss den 1:1-Ausgleich. FOTO: Andreas Schlichter
Offenbach. Der genesene Stürmer trifft zum späten 1:1-Ausgleich der Saarbrücker bei Kickers Offenbach. Von Patric Cordier

Es läuft die 87. Minute im Stadion am Bieberer Berg. Der 1. FC Saarbrücken wirft noch einmal alles nach vorne. Der aufgerückte Marco Kehl-Gomez zieht ab, trifft den Ball nicht richtig. „Ich nehme ihn kurz an, drehe mich und dann Abfahrt“, schildert der eingewechselte Sebastian Jacob, wie er doch noch den späten 1.1-Ausgleich für seine Mannschaft erzielt. Gut 1100 mitgereiste FCS-Fans feiern den Punkt wie einen Sieg. „Wenn es noch fünf Minuten länger geht, können wir vielleicht sogar noch mehr erreichen“, sagt Jacob: „Aber dieser schwer erkämpfte Punkt auswärts ist gut für die Moral.“


FCS-Trainer Dirk Lottner muss auf Kapitän Manuel Zeitz verzichten – der wird am Sonntag zum ersten Mal Vater. Dadurch kommt der Ex-Kaiserslauterer Nino Miotke zu seinem Startelf-Debüt für die Blau-Schwarzen, zu denen auch wieder Fanol Perdedaj nach überstandenen Adduktoren-Problemen gehört. Für ihn muss Gillian Jurcher zunächst auf der Bank Platz nehmen. Taktisch wird das dann zu einem 4-1-4-1-System mit Miotke zwischen den Ketten und Fabian Eisele in der Spitze. Der zweite Stürmer, Marcel Carl, kommt über den linken Flügel. „Nino hat gute Trainingswochen hinter sich“, sagt Lottner über den Debütanten: „Er hat seine defensiven Aufgaben voll erfüllt. Wir wollten nicht wieder das System umstellen. Ich bin mit Ninos Einsatz sehr zufrieden.“

Offenbach beginnt druckvoll, nach 40 Sekunden hat Jake Hurst die erste Schussmöglichkeit, die zunächst Steven Zellner blockt und dann Marco Holz klärt. Das Spiel bleibt intensiv, aber zerfahren. Keine der Mannschaften bringt Struktur in die eignenen Aktionen, die Gastgeber wirken aber präsenter im Zweikampf und entschlossener. „Beide Mannschaften wollten keine Fehler machen“, sagt Kehl-Gomez: „Aus dem Spiel heraus haben wir nichts zugelassen, aber selbst auch kaum Akzente setzen können.“



Nach einer Ecke von Serkan Firat köpft Kapitän Benjamin Kirchhoff knapp über das FCS-Tor (34.). Fünf Minuten später begeht der bereits gelb-belastete Carl ein zweites unnötiges Foul. Den Freistoß von der linken Strafraumgrenze setzt Firat knapp über die Latte. Saarbrücker Chancen? Gibt es keine. Torwart Daniel Endres in seinem 201. Spiel für den OFC muss in den ersten 45 Minuten nicht ein einziges Mal ernsthaft eingreifen.

Das ändert sich vor insgesamt 6523 Zuschauern erst nach einer Stunde, als Endres einen Kopfball von Eisele herunterpflückt. Da führen die Hausherren allerdings schon 1:0. Firats Freistoß wird per Kopf verlängert, Kirchhoff steht völlig frei und nagelt den Ball unter die Latte – das 1:0 (53.) war zu diesem Zeitpunkt durchaus verdient.

Lottner bringt Gillian Jurcher und Markus Mendler für Kessel und Miotke – und die beiden Eingewechselten sorgen für die beste Ausgleichsmöglichkeit. Jurchers Ablage setzt Mendler aus acht Metern aber deutlich über das Tor. In den letzten zehn Minuten rennt der FCS an – doch es trifft nur der acht Minuten zuvor eingewechselte Jacob. „Es war über weite Strecken ein Abnutzungskampf zweier Mannschaften, die sehr diszipliniert gespielt haben“, bilanziert Lottner: „Nach dem Gegentreffer hat die Mannschaft eine Reaktion gezeigt. Wir haben das Risiko erhöht und wurden am Ende belohnt.“

Der Abstand zu Spitzenreiter Waldhof Mannheim ist mit acht Punkten gleich geblieben. Lottner hatte vor dem Spiel gesagt, seine Mannschaft dürfe nicht verlieren. Das hat sie nicht getan. Doch der Punkt ist irgendwie zum Leben zu wenig und zum Sterben zu viel.