1. Saarland

Wenn der Schiri zum roten Tuch wird

Wenn der Schiri zum roten Tuch wird

Der SV Wehrden hat am vergangenen Sonntag in der Fußball-Kreisliga B Saarlouis gegen den FC Steinrausch 0:0 gespielt. Wehrden ist Zehnter, Steinrausch Sechster. Ein ganz normales Spiel also? Mitnichten.Für Schiedsrichter Rudi Ziegler aus Püttlingen war es ein Spiel, wie er es nach eigener Aussage "noch nie erlebt hat"

Der SV Wehrden hat am vergangenen Sonntag in der Fußball-Kreisliga B Saarlouis gegen den FC Steinrausch 0:0 gespielt. Wehrden ist Zehnter, Steinrausch Sechster. Ein ganz normales Spiel also? Mitnichten.Für Schiedsrichter Rudi Ziegler aus Püttlingen war es ein Spiel, wie er es nach eigener Aussage "noch nie erlebt hat". Ziegler verteilte elf Gelbe Karten - sechs gegen Wehrden, fünf gegen Steinrausch. Nur eine Gelbe Karte gab es wegen Meckerns, alle anderen wegen diverser Fouls. Dazu zeigte er Steinrauscher Spielern zweimal Gelbrot und zweimal direkt die Rote Karte. Die Roten Karten gab es übrigens für massive Beleidigungen.Rudi Ziegler ist 62 Jahre alt. Er pfeift seit fast 25 Jahren. Jetzt möchte er am liebsten die Pfeife ins Korn werfen. "Da kriegt man doch die Flemm. Das hat mit Sport nichts mehr zu tun. Für die paar Kröten muss man sich so beleidigen lassen", sagte Ziegler gegenüber der Saarbrücker Zeitung.Ziegler ist kein Einzelfall. Für viele Zuschauer, Spieler und Funktionäre sind Schiedsrichter gleichbedeutend wie das rote Tuch für den Stier. Schon beim Betreten des Platzes werden sie als "zu dick, zu jung oder zu alt" disqualifiziert - je nach Physiognomie. Wer mit Brille aufläuft, der ist ein Blinder. Und wenn der erste Zuschauer glaubt, den Schiedsrichter bei einem falschen Pfiff überführt zu haben, dann ist der Unparteiische entweder besoffen oder vom Gegner bestochen.Dabei käme niemand dieser Zuschauer auf die Idee, einen Torwart, der daneben greift, oder einen Stürmer, der das leere Tor nicht trifft, mit Worten aus der Fäkalsprache zu beleidigen. Oder ihm Prügel anzudrohen. Bei Schiedsrichtern ist das an der Tagesordnung. Rudi Ziegler hat Recht: "Mit Sport hat das nichts zu tun."