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Sturmtief „Eberhard“: Umgestürzte Bäume, gesperrte Bahnstrecken, Stromausfälle

Sturmtief „Eberhard“ : Umgestürzte Bäume, gesperrte Bahnstrecken, Stromausfälle

Sturmtief „Eberhard“ hat gestern Nachmittag ein Chaos im Saarland angerichtet. Polizei und Feuerwehren wurden zu hunderten Einsätzen gerufen.

Feuerwehrleute und Polizisten sind gestern wegen des Sturmtiefs „Eberhard“ über Stunden hinweg nicht mehr zum Verschnaufen gekommen. Allein die Polizei zählte am Nachmittag landesweit 350 Einsätze, hinzu kamen hunderte Einsätze der Freiwilligen Feuerwehren und der Saarbrücker Berufsfeuerwehr. „Ab 13.30 Uhr ging es zweieinhalb Stunden richtig rund“, sagte ein Polizeisprecher. Es sei aber niemand verletzt worden.

Stundenlang waren Sirenen und Martinshörner zu hören. Feuerwehren berichteten im gesamten Land von umgestürzten Bäumen, abgedeckten Ziegeln, umgekippten Bauzäunen und umherfliegenden Gegenständen. Dazu fiel vielerorts der Strom aus. „Alles, was ein Sturm zu bieten hat“, sagte der St. Wendeler Kreisbrandinspekteur Dirk Schäfer. In Teilen des Saarlandes konnten die Einsatzkräfte – obwohl landesweit mit mehreren hundert Mann im Einsatz – aus Kapazitätsgründen zunächst nicht alles abarbeiten.

Das Bahn-Unternehmen Vlexx stoppte wegen eines umgestürzten Baumes im Nordsaarland den Zugverkehr zwischen Saarbrücken und Mainz. Die Bahn musste die Strecke Saarbrücken – Lebach sperren. Auch auf der Strecke Saarbrücken – Trier ging kurz hinter der Grenze, zwischen Konz und Wiltingen, wegen blockierter Gleise nichts mehr. Die Saarbahn fiel auf der Strecke Saarbrücken – Riegelsberg zwischen Siedlerheim und Heinrichshaus wegen eines Oberleitungsschadens aus. In Nordrhein-Westfalen musste der Zugverkehr ganz eingestellt werden.

In Neunkirchen flogen Ziegeln auf die Bahnhofstraße, die deshalb zeitweise gesperrt werden musste. Mehrere Fahrzeuge wurden dort durch die Ziegel und einen abgerissenen Kamin beschädigt. In der Saarbrücker Innenstadt wurde eine Schaufensterscheibe zerstört. In St. Ingbert stürzte an einem Altenheim ein Baum auf ein Fahrzeug, in dem aber glücklicherweise niemand saß.

Mehrere Straßen mussten zeitweise voll gesperrt werden, weil Bäume entweder umgestürzt waren oder umzustürzen drohten. In zahlreichen Ortschaften fiel der Strom aus. Größere Störungen gab es laut der energis-Netzgesellschaft in den Gemeinden Nalbach, Schmelz, Schwalbach, Wadern Merzig, Nonnweiler, Nohfelden, Tholey,  Marpingen, Eppelborn, Merzig und Saarwellingen. Damit der Strom wieder fließen konnte, mussten die Leitungen erst auf vorhandene Ersatzleitungen umgestellt werden. Dazu musste die energis-Netzgesellschaft Mitarbeiter aus dem Wochenende rufen, weil der reguläre Störungsdienst an seine Grenzen stieß. „Wir waren mit rund 30 Mitarbeitern im Einsatz“, sagte Jens Leinenbach, verantwortlich für den Betrieb der Stromnetze. Diese Arbeiten sollten bis Sonntagabend erledigt gewesen sein.

In St. Ingbert krachte ein Baum auf ein Auto, in dem aber glücklicherweise niemand saß. Foto: Feuerwehr St. Ingbert
Mehrere Bahnstrecke mussten gesperrt werden. Foto: Oliver Dietze

Neben den genannten Gemeinden gab es weitere Störungen, die aber nicht ganze Ortschaften betrafen, sondern lediglich einzelne Straßenzüge. Zwischen Wadern und Nonnweiler fiel zudem ein Baum auf eine 110 000-Volt-Hochspannungsleitung. Diese große Störung fiel aber in den Haushalten nicht weiter auf, weil diese Stromautobahnen redundant vorhanden sind und sich bei einem Ausfall automatisch umschalten. Leinenbach sagte, eine Störungslage dieses Ausmaßes komme nur ungefähr alle zwei Jahre vor. „Die Reparaturen werden wohl noch die ganze Woche dauern.“

Hier geht es zur Bilderstrecke: Sturmtief Eberhard sorgt für Dauereinsatz der Feuerwehr