1. Saarland

Ulrich weist "Mafioso"-Vorwurf von Cohn-Bendit zurück

Ulrich weist "Mafioso"-Vorwurf von Cohn-Bendit zurück

Saarbrücken. Grünen-Landeschef Hubert Ulrich hat sich befremdet über den Vorwurf des Chefs der Grünen-Fraktion im Europaparlament, Daniel Cohn-Bendit, geäußert, er sei ein "Mafioso" und eine "zweifelhafte Persönlichkeit". Ulrich sagte dazu auf SZ-Anfrage: "Der von mir ansonsten sehr geachtete Daniel Cohn-Bendit hat anscheinend zu tief ins Rotweinglas geschaut

Saarbrücken. Grünen-Landeschef Hubert Ulrich hat sich befremdet über den Vorwurf des Chefs der Grünen-Fraktion im Europaparlament, Daniel Cohn-Bendit, geäußert, er sei ein "Mafioso" und eine "zweifelhafte Persönlichkeit". Ulrich sagte dazu auf SZ-Anfrage: "Der von mir ansonsten sehr geachtete Daniel Cohn-Bendit hat anscheinend zu tief ins Rotweinglas geschaut."Ulrich wies zugleich die Aussage Cohn-Bendits zurück, wenn im Saarland die Hälfte der Grünen-Mitglieder aus dem Kreisverband des Landeschefs komme, erinnere das "an Sizilien". Ulrich unterstrich, man dürfe nicht den Kreisverband Saarlouis zum Maßstab nehmen, sondern den Ortsverband, der 53 von 155 Delegierten auf dem Landesparteitag stelle. Im Übrigen seien auch diese Delegierte "selbst denkendende, unabhängige Menschen".Grünen-Bundeschef Cem Özdemir sagte der SZ, Cohn-Bendit sei ein "ausgezeichneter Europapolitiker", aber manchmal greife "er eben ins Klo". Die Entscheidung für Jamaika sei im Saarland "basisdemokratisch zustande gekommen und mit sehr breiter Mehrheit entschieden" worden. Cohn-Bendit sagte, er halte Ulrichs Argument gegen Rot-Rot-Grün, durch Oskar Lafontaines Rückkehr ins Saarland hätte ein "Schattenministerpräsident" gedroht, für "vorgeschoben". Natürlich habe sich Ulrich "schon vor der Nachricht, dass Lafontaine den Fraktionsvorsitz im Bund abgibt, für Jamaika entschieden". Für letzteres sprechen auch Ulrichs Äußerungen in einem Interview der "Frankfurter Rundschau". Darin verneinte er ausdrücklich die Frage, ob es mit den Linken ohne Lafontaine geklappt hätte. Dieser sei "zwar das größte Problem" gewesen, es gebe "aber weitere Linke-Abgeordnete im Landtag, die Rot-Rot-Grün als instabil erscheinen ließen". nof