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Wenn ein Trip im Nirgendwo endet

Beim finalen Dreh in Tholey: Thomas Scherer (rechts) bespricht mit Susan Hoecke und Gerhard Polacek die letzten Szenen. Fotos: Frank Faber
Beim finalen Dreh in Tholey: Thomas Scherer (rechts) bespricht mit Susan Hoecke und Gerhard Polacek die letzten Szenen. Fotos: Frank Faber
Tholey. Im tragikomischen Roadmovie endet die Reise der krebskranken Kirsten quer durch das Saarland unterhalb des Schaumbergs in Tholey. Auf einer Wiese wurde die Abschluss-Szene für den Kurzfilm „Reise nach Nirgendwo“ gedreht. Beim finalen Dreh mit dabei sind Regisseur Thomas Scherer, Schauspielerin Susan Hoecke und ihr Schauspielkollege Gerhard Polacek. Die SZ hat ihnen dabei über die Schulter geschaut. Frank Faber

Regisseur und Drehbuchautor Thomas Scherer aus Bexbach-Höchen und sein Team von WP Films haben schon viele kleinere Filme gedreht. Für die Abschluss-Szene seines neuesten Roadmovie "Reise nach Nirgendwo" (Länge: 13 Minuten) hat der 26-jährige Filmemacher eine Wiese unterhalb des Schaumbergs ausgewählt. "Ich bin drei Tage durch das Saarland gefahren, um den Ort für die finale Szene zu finden", erklärt Scherer. Und was hat der Feldweg und die Wiese für die Abschluss-Einstellung prädestiniert? Scherer: "Die Weite und das einzelne Windrad war dann noch das i-Tüpfelchen", begründet der Regisseur.

Sehnsucht nach der Ferne


In seinen Roadmovies will er die Sehnsucht nach der Ferne und das sich auf der Straße treiben lassen, darstellen. Während Scherer erzählt, baut sein Team die Schienen für den Kameraschlitten zusammen. Erzählt wird im Kurzfilm die Geschichte der an Krebs erkrankten Kirsten (Susan Hoecke, die zuletzt in Matthias Schweighöfers Kinofilm "Vaterfreuden" zu sehen war), die sich auf eine Reise durch das Saarland begibt. Sie landet im Lastwagen von Bernard (Gerhard Polacek, Tatort) und die beiden unterschiedlichen Charaktere fahren gemeinsam weiter. Ihr Trip endet am Schaumberg, Kirsten steigt und wandert alleine in die Ferne, nach nirgendwo.

"Mich hat die Figur der krebskranken Kirsten fasziniert", sagt Schauspielerin und Fotomodell Susan Hoecke. Ihr Weg und Lebenswille habe sie interessiert. "Jeder Tag kann der Letzte sein und deshalb sollen wir jeden Tag in vollen Zügen genießen, als wäre es der letzte Tag", nimmt die 34-Jährige als Lebenseinstellung aus dem Roadmovie mit. Die Rolle des Brummi-Fahrers Bernard mimt der Österreicher Polacek, der schon mit Scherer gearbeitet hat. "Einen Lkw-Führerschein habe ich nicht, ich muss ja auch nicht fahren", berichtet der 60-jährige Darsteller. Würde eh schlecht funktionieren. Polacek ist auf eine Gehhilfe angewiesen, demnächst steht eine Knieoperation an.

Szene wird abgesprochen

Er, Hoecke und Scherer sprechen mehrfach den Dialog und die Mimik und Gestik für die Schlussszene durch. "Das ist großartig. Jeder kann sich einbringen, alles passiert im Austausch", so Hoecke. Mal läuft sie über die Wiese, dann reißt sie dabei noch die Arme in die Höhe. "Wohin willst Du", ruft ihr Polacek zu. Seine Filmpartnerin Hoecke dreht sich zu ihm und entgegnet "Nach nirgendwo". Gedreht hat das Team weitere Szenen in Bexbach, Homburg und Neunkirchen/Saar. "Ich habe selten ein Dreh erlebt, bei dem alle im Team für den Film leben, wie hier", schwärmt Hoecke von den fünf Drehtagen im Saarland.

Im Januar ist Premiere

Im Januar 2016 soll die "Reise nach Nirgendwo" auf der Leinwand flimmern. Scherers Nahziel: "Wir hoffen, dass der Film im Wettbewerb des Max-Ophüls-Festivals in Saarbrücken seine Premiere feiern kann". Des Weiteren soll das Roadmovie bei nationalen und internationalen Festivals laufen.

Zum Thema:

Auf einen BlickRoadmovie ist die Bezeichnung für ein in den 1960er-Jahren in den Vereinigten Staaten aufgekommenes Filmgenre. Die Handlung spielt dabei überwiegend auf Landstraßen und Autobahnen. Die Reise wird zur Metapher für die Suche nach Freiheit und Identität der Protagonisten. Oft wird in diesen Filmen die erzählende Wirkung von Liedern aus der Pop- und Rockmusik eingesetzt. frf



Klappe, die x-ste.
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