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Offensive für Zapfsäulenstrom

Im Frühjahr sollen in Neunkirchen die ersten öffentlichen Ladesäulen stehen. Vier sind insgesamt geplant, zwei weitere in Spiesen-Elversberg und in Schiffweiler folgen. Foto: Walther-Werke F. Walther GmbH
Im Frühjahr sollen in Neunkirchen die ersten öffentlichen Ladesäulen stehen. Vier sind insgesamt geplant, zwei weitere in Spiesen-Elversberg und in Schiffweiler folgen. Foto: Walther-Werke F. Walther GmbH FOTO: Walther-Werke F. Walther GmbH
Kreis Neunkirchen. Die Partner im Klima-Projekt Neunkirchen greifen auch die Elektromobilität auf. Im Sinne des Klimaschutzes sollen demnächst in der Stadt die ersten öffentlichen Elektro-Tankstellen betriebsbereit sein. Bisher sind im Kreis Neunkirchen allerdings nur wenige Elektrofahrzeuge für den Straßenverkehr zugelassen. Von SZ-RedakteurGunther Thomas

Eine Million Elektrofahrzeuge auf deutschen Straßen im Jahr 2020 - das hat Bundeskanzlerin Angela Merkel als ehrgeiziges Ziel formuliert, um die CO{-2}-Bilanz nachhaltig zu verbessern. Doch die Elektromobilität liegt - mal abgesehen von den immer beliebter werdenden Fahrrädern mit Elektroantrieb - nach wie vor im Dornröschenschlaf. Nach aktuellen Zahlen sind derzeit 7100 Elektrofahrzeuge bundesweit zugelassen, davon 134 im Saarland. Und im Kreis Neunkirchen verkehren laut Zulassungsstelle gerade mal 16 reine Elektrofahrzeuge (ohne Hybridautos): neun Pkw, ein Lkw und sechs drei- oder vierrädrige Roller. Zum Vergleich: Insgesamt sind aktuell im Landkreis 109 000 Fahrzeuge zugelassen, davon 81 700 Pkw.

Nun wollen Stadt Neunkirchen und KEW, die sich zusammen mit der Sparkasse Neunkirchen im Klima-Projekt verbündet haben, Anreize setzen. Im Laufe des Frühjahrs sollen in Neunkirchen die ersten öffentlichen Ladesäulen zur Verfügung stehen. Vier sind insgesamt in der Planung, zwei weitere in Spiesen-Elversberg (am Rathaus) und in Schiffweiler (eventuell an der Klinkenthalhalle in Landsweiler-Reden) folgen.

Die Neunkircher Elektro-Tanken entstehen direkt bei der KEW (am Mitarbeiterparkplatz in der Haydnstraße), am Rathaus (Kriershof), im Bereich Lindenallee/Hammergraben und am Wolsztyner Platz. Letztere richtet das Land im Rahmen seines Programms "e-Mobil Saar" ein, dass derzeit landesweit 34 solcher Ladepunkte unterhält. Alle übrigen werden unter der Regie der KEW installiert. Dort können dann berufstätige oder einkaufsbummelnde Elektrofahrer schnell mal eine Zwischenladung machen. "Bei den vorgehaltenen 400 Volt kann die Batterie in etwa einer Stunde bis zu 80 Prozent der Kapazität aufgeladen werden", erläutert auf SZ-Nachfrage Thomas Streit, Sachgebietsleiter Dienstleistung und Technik bei der KEW. Die E-Tankstellen seien bereits bei einer Kaiserslauterer Fachfirma bestellt, Kostenpunkt: 10 000 bis 15 000 Euro das Stück. Die gute Nachricht für die Elektro-Mobilen: Weil die Frequentierung vorhersehbar gering ist und ein Abrechnungssystem kompliziert zu istallieren ist, gibt's den Saft voraussichtlich auf absehbare Zeit zum Nulltarif. Der Zugang wird mit einem Code über EC- oder Kreditkarte geregelt.

Wichtig für Thomas Streit und auch für Thomas Haas, den zuständigen Sachgebietsleiter im Neunkircher Rathaus: In der KEW-Bilanz wird der Zapfsäulenstrom den erneuerbaren Energien zugerechnet. Griffe man auf Kraftwerksstrom zurück, wäre die CO{-2}-Bilanz nicht merklich entlastet.

"Unser Ziel ist es, die logistischen Voraussetzungen zu schaffen, um die Elektromobilität in den normalen Straßenverkehr einzubinden", sagt Haas. Ein Hindernis für einen Boom sieht er noch in den hohen Anschaffungskosten für ein Elektroauto. Das werde sich mit steigender Nachfrage ändern, hofft er. Des Weiteren müsse neben der zehnjährigen Steuerfreiheit eine weitere attraktive Förderung durch den Bund angeboten werden. In Skandinavien beispielsweise hätten verschiedene Boni zu einer spürbaren Ankurbelung der E-Mobilität geführt.

Zum Thema:

HintergrundLogische Folge der E-Initiative: Die Partner des Klima-Projekts wollen sich auch selbst Elektrofahrzeuge zulegen. Thomas Haas: Im Neunkircher Rathaus werde man "ernsthaft prüfen", ob ausgemusterte Fahrzeuge durch Elektromobile ersetzt werden können, wenn diese dem "Anforderungsprofil" gerecht werden. Thomas Streit: Die KEW erhält im April ihr erstes Elektro-Dienstfahrzeug, einen VW up. Die Sparkasse Neunkirchen, die dann ebenfalls eine Ladesäule "vor der Haustür" hat, hat laut Pressesprecher Dirk Reckstadt ein Elektroauto getestet und will sich nun entscheiden, ob solche Fahrzeuge angeschafft werden. gth