Unterwegs mit dem Elektroauto

Auch wenn die Elektrofahrzeuge im Saarland noch auf ihren Durchbruch warten: Schon jetzt schätzen viele Fahrer die E-Mobilität und ihre Vorteile. So wie Dragan Dzakovic aus Saarlouis, den sein E-Smart elektrisiert.

Dragan Dzakovic aus Saarlouis fährt ein Elektro-Auto aus Überzeugung. Erst vor wenigen Wochen hat er seinen funkelnagelneuen E-Smart abgeholt. Das Saarland setzt auf die Elektro-Mobilität. Doch obwohl das Saarland als erstes Flächenbundesland über ein landesweites Elektro-Car-Sharing-System und auch über eine landesweite, frei nutzbare Ladeinfrastruktur verfügt, nimmt die Zahl der Elektrofahrzeuge nur relativ langsam zu. Nach den Plänen der Bundesregierung sollen 2020 eine Million Elektroautos auf deutschen Straßen rollen - 140 Mal so viele wie heute. Doch die bisherigen Verkaufszahlen sind ernüchternd: 2012 waren nur 3000 Neufahrzeuge zugelassen.

Die mobile Zukunft?

Dragan Dzakovic, selbstständiger Kaufmann in Saarlouis , ist von der E-Mobilität überzeugt und sieht darin auch die Zukunft der Fortbewegung. Und deshalb will er "bei dieser großen Sache auch von Beginn an dabei sein", erklärt er. "Das Fahren mit einem E-Mobil elektrisiert und macht unglaublich Spaß", schwärmt Dzakovic. Als überzeugter Smart-Fahrer hat er sich nun diesmal für die Elektro-Variante des Kleinwagens entschieden.

E-Mobile immer noch teurer

Viele Menschen sind prinzipiell bereit, auf ein Elektrofahrzeug umzusteigen, zeigt eine Studie des Verkehrsclubs Deutschland (VCD). Aber nur, wenn das Auto wie gewohnt funktioniert und der Preis stimmt. Elektro-Autos werden in den nächsten Jahren wohl ein ganzes Stück teurer bleiben als vergleichbare Benziner oder Diesel.

Dzakovic hat dies nicht geschreckt. Er war bereit, auch "ein paar Euro mehr" auf den Tisch zu legen. Dafür darf er jetzt steuerfrei fahren, und auch der Strom an den Elektro-Tankstellen wie beispielsweise bei den Stadtwerken in Saarlouis ist kostenlos.

Ralf Levacher von den Stadtwerken in Saarlouis begrüßt das Engagement von überzeugten Autofahrern, die sich für ein Elektrofahrzeug entschieden haben, als wichtigen Beitrag für den Umweltschutz. Denn nach seiner Aussage sind Elektromotoren effizient und verursachen fast keine Schadstoffe. Auch die Zahl der öffentlichen Ladestationen nehme ständig zu.

Frankreich als Vorreiter

Nach den Erfahrungen von Dzakovic braucht man auch einen Abstecher nach Lothringen und Luxemburg nicht zu fürchten. "Dort ist man bereits weiter als wir hier Saarland ", betont er. So gebe es beispielsweise in Metz in jedem Parkhaus Ladestationen für Elektromobile.

Auch wenn die Zeit nicht zum Volltanken reichen sollte, kann die Reichweite des Elektromobils doch deutlich gestreckt werden. Sie liegt je nach Modell derzeit meist zwischen 150 und 300 Kilometer. "Bei einer Durchschnittsfahrleitung von 80 Kilometern eines deutschen Autofahrers pro Tag eigentlich auch ausreichend", meint Dzakovic. Für längere Strecken steigt aber auch er lieber noch auf ein normales Auto um.