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Volleyball
SSC gewinnt „Drama in fünf Akten“

Laura Bur hat abgezogen, die Lebacherin Anita Lawrat kann mit ihrem Blockversuch nichts mehr ausrichten: Der Ball donnert – vor großer Kulisse in der proppenvollen Bruchwaldhalle – zum Punkt für Freisen ins Lebacher Feld.
Laura Bur hat abgezogen, die Lebacherin Anita Lawrat kann mit ihrem Blockversuch nichts mehr ausrichten: Der Ball donnert – vor großer Kulisse in der proppenvollen Bruchwaldhalle – zum Punkt für Freisen ins Lebacher Feld. FOTO: B & K / Franz Rudolf Klos
Freisen . Die Volleyballerinnen des SSC Freisen haben ihren ersten Sieg in der 3. Liga eingefahren – und das ausgerechnet im Derby gegen den Erzrivalen Lebach. Der SSC siegte nach fast zweieinhalb Stunden Spielzeit mit 15:13 im Entscheidungssatz. Von Philipp Semmler

Samstagabend in der Freisener Bruchwaldhalle: Das Saarderby in der 3. Liga zwischen den Volleyballerinnen des SSC Freisen und des TV Lebach nimmt an Dramatik nochmal zu: Marie Menke vom TV Lebach wirft sich im dritten Satz mit vollem Körpereinsatz in einen wuchtigen Schmetterball von Doreen Werth. Menkes spektakuläre Rettungsaktion gelingt – und der Ball landet zum 23:22 für die Gäste im Feld der Gastgeberinnen.


Aber Werth kontert: Keine 30 Sekunden später setzt die 23-jährige Außenangreiferin zum nächsten Schmetterball an. Wieder versucht Menke mit einem Sprung, die Kugel noch zu erreichen, doch dieses Mal fehlen der Lebacherin ein paar Zentimeter Körperlänge. Der Ball landet zum 23:23-Ausgleich für Freisen auf dem Boden.

Diese beiden Szenen verdeutlichen, wie eng und spannend es in dem hochklassigen Aufeinandertreffen der Saar-Rivalen zuging. Fast zweieinhalb Stunden duellierten sich die beiden Teams auf hohem Niveau – am Ende hatte Freisen in einem „Drama in fünf Akten“ die Nase vorn.



Der SSC siegte mit 3:2 (30:28, 15:25, 23:25, 25:12, 15:13). Danach konnte das Team von Trainerin Brigitte Schumacher mit seinen Fans den ersten Sieg des Liganeulings feiern. 300 Zuschauer waren zur Drittliga-Heimpremiere des SSC gekommen – und sie bereuten ihr Kommen wahrlich nicht.

„Ich habe den Mädels nach dem 1:2-Satzrückstand gesagt, dass wir der Aufsteiger sind und befreit aufspielen können, weil wir nichts zu verlieren haben“, sagte Schumacher nach der Partie strahlend. „In Satz zwei und drei haben wir viel zu verhalten gespielt. Danach haben wir vor allem im Angriff wieder mehr Gas gegeben. Da hat man gesehen, dass die Mädels unbedingt gewinnen wollten.“ Vor allem Tine Kolb trumpfte im vierten Satz groß auf. Die Annahme/Außenspielerin machte einen Punkt nach dem anderen für den SSC. „Ich habe im ersten Satz auf der Bank gesessen, deshalb hatte ich da noch eine Menge Energie“, sagte die 26-Jährige strahlend. „Ich bin gerade erleichtert, entspannt und einfach nur glücklich. Wir haben alles gezeigt, was wir können.“ Dann verabschiedete sie sich zum Feiern mit den Fans.

Nicht nach Feiern zumute war dagegen Lebachs Trainer Philipp Betz. „Wir haben verdient verloren“, musste der Übungsleiter zugeben. „Freisen war konzentrierter und fokussierter, das war ausschlaggebend. Wir haben in den entscheidenden Phasen zu viele Fehler gemacht.“

Beim TV Lebach konnten lediglich die erst 16-jährige Mira Bohlen und Libera Lea Zewe überzeugen. „Vor Mira ziehe ich meinen Hut. Sie hat das als so junge Spielerin vor der großen Kulisse super gemacht. Gerade die älteren Spielerinnen waren aber heute bei uns in den entscheidenden Phasen nicht da“, monierte Betz.

Für Freisen gab es keine 24 Stunden nach dem Derbysieg übrigens noch einmal Grund zu jubeln. Da gewann der Club erstmals in seiner Vereinsgeschichte den Saarlandpokal. Der SSC setzte sich im Endspiel gegen Rohrbach trotz müder Beine vom packenden Derby klar mit 3:0 gegen Regionalliga-Aufsteiger VSG Saarlouis durch.

Nach diesen beiden Höhepunkten hat der SSC jetzt ein wenig Zeit durchzuschnaufen: Erst am 6. Oktober sind die Schumacher-Mädels wieder in der Liga gefordert. Dann spielt der Aufsteiger um 18.30 Uhr in der Bruchwaldhalle gegen den SV Karlsruhe-Beiertheim. Lebach muss dagegen schon an diesem Samstag wieder ran: Dann kommt Zweitliga-Absteiger TG Bad Soden zum TV (Spielbeginn: 19.30 Uhr).