Jochen-Rausch-Zentrum St. Wendel sammelt Spenden für krankes Mädchen

Jochen-Rausch-Zentrum St. Wendel : Kleines Mädchen mit großen Sorgen

Hilferuf aus Indien: Die Lunge der neunjährigen Babi arbeitet nicht mehr richtig. Ihre Mutter will ihr einen Teil ihres Organs spenden.

Wie viele Mädchen in ihrem Alter zieht die neunjährige Babi Prasalin gerne ihr schönstes Kleid an. Stolz zeigt sie sich darin, strahlt übers ganze Gesicht. Doch dieses Lächeln hat seine Unbeschwertheit verloren. Denn das indische Mädchen ist schwer krank. Wie Peter Adams, Projektleiter der Indienhilfe des Jochen-Rausch-Zentrums St. Wendel, berichtet, arbeitet die Lunge des Kindes nicht mehr richtig. Daher müsse es dringend operiert werden. „Die Mutter wird einen Teil ihrer Lunge spenden“, sagt Adams. Doch damit das Mädchen wirklich gerettet werden kann, ist die Hilfe weiterer Menschen nötig. Denn es fehlt an Geld.

Die Familie aus dem Dorf Azagappapuram im südindischen Bundesstaat Tamil Nadu ist sehr arm. Babi hat noch eine Schwester, welche die Eltern ebenfalls versorgen müssen. „Sie haben bereits ihr Haus verkauft, um die ersten Kosten für den Krankenhausaufenthalt zu bezahlen“, berichtet Adams. Doch obwohl die Familie ihr Zuhause geopfert hat, reicht der Erlös nicht aus, um die nötigen Operationen finanzieren zu können. Daher hat sich Joseph Thomas, der Projektpartner der Indienhilfe vor Ort, mit einem Hilferuf an Peter Adams gewandt. Den St. Wendeler hat das Schicksal des kleinen Mädchens sofort berührt. Er rechnet für die beiden Operationen (Mutter und Tochter) mit Kosten von 5000 Euro und hofft auf Spenden.

Einmal im Jahr machen das Jochen-Rausch-Zentrum, die Aktion Hungermarsch und die Steyler Missionare auf das Schicksal benachteiligter Menschen weltweit aufmerksam. Zum 42. Mal startete im September die Aktion unter dem Motto „Wandern für die Andern – Solidarität mit Menschen in Not“. Wie der Name schon verrät, steht der Tradition zufolge nach dem Gottesdienst der Hungermarsch an. „Erstmals in der Geschichte musste dieser ausfallen“, erinnert sich Adams an jenen stürmischen Sonntag im September zurück. Die Wetterlage schätzten die Veranstalter als zu gefährlich für eine Wandertour ein, und so trafen sich etwa 60 der zunächst 200 Besucher in der Missionshauskirche im Anschluss an den Gottesdienst im ehemaligen Internat. Dort hatte Peter Adams Schautafeln mit Informationen zu einzelnen Projekten vorbereitet, die mit dem Erlös aus den Hungermarsch-Spenden unterstützt werden sollten. So beispielsweise ein Lepra-Zentrum, das 1998 im Osten Indiens gegründet wurde. Dort sind dringend Reparaturarbeiten nötig. Ein leerstehendes Gebäude soll auf Vordermann gebracht werden, um den Lepra-Patienten dort eine bessere Unterkunft zu bieten.

Außerdem sollen mit den Spenden die eigenen Projekte der Indienhilfe des Jochen-Rausch-Zentrums fortgeführt werden, wie das Schnüren von Lebensmittel-Paketen, mit denen jeden Monat zwischen 20 und 30 HIV-infizierte Kinder und Jugendliche versorgt werden. Am Kinderheim Shanti Bhavan im Süden Indiens, das von St. Wendel aus unterstützt wird, soll eine Leitung zum benachbarten Kinderheim gelegt werden, da es dort einen Brunnen gibt, der genügend Wasser in der sonst regenarmen Region liefern kann.

Wie Peter Adams weiter berichtet, sind 13 000 Euro bei der Hungermarsch-Aktion zusammengekommen – der gleiche Betrag wie im Vorjahr. Damit konnten die ausgewählten Projekte wie geplant unterstützt werden. Und mehr noch. Mit Hilfe des Geldes wurde die Speise- und Luftröhren-Operation eines zwölfjährigen Jungen finanziert. Diese kostete 3200 Euro. Damit sei der Erlös aus dem Hungermarsch fast aufgebraucht.

Im Januar möchte Peter Adams seine nächste Indien-Reise antreten. „Ich bin die Brücke zwischen den Menschen dort und dem Projekt hier“, weiß der 76-Jährige. Er hofft, dass er, wenn er in den Flieger steigt, auch das nötige Geld für die kleine Babi im Gepäck hat.

Spendenkonto: Jochen-Rausch-Zentrum bei der Kreissparkasse St. Wendel, IBAN: DE 47 5925 1020 0000 0846 16, BIC: SALADE51WND, Kennwort „Lungenoperation“.