1. Saarland
  2. St. Wendel
  3. Nonnweiler

Ein Kleinod für das stille Gebet

Ein Kleinod für das stille Gebet

Primstal. Wer nicht gerade Primstaler Bürger ist, weiß kaum um das Kleinod, das auf einer Anhöhe neben dem Friedhof steht und an drei Seiten von Bäumen eingegrenzt ist. Es ist die dem heiligen Josef gewidmete Kapelle aus dem Jahre 1952. Erbaut hat sie damals der Landwirtschaftsrat und Doktor der Philosophie, Nikolaus Loth, der am 21. Juni 1878 in Mettnich zur Welt kam

Primstal. Wer nicht gerade Primstaler Bürger ist, weiß kaum um das Kleinod, das auf einer Anhöhe neben dem Friedhof steht und an drei Seiten von Bäumen eingegrenzt ist. Es ist die dem heiligen Josef gewidmete Kapelle aus dem Jahre 1952. Erbaut hat sie damals der Landwirtschaftsrat und Doktor der Philosophie, Nikolaus Loth, der am 21. Juni 1878 in Mettnich zur Welt kam. Beruflich war er lange Zeit in Bonn tätig. Nach dem Zweiten Weltkrieg trat er in den Ruhestand und kehrte in seine Heimat Primstal zurück.Mit seinem Freund Josef Collet begann Nikolaus Loth 1952 mit dem Bau der Kapelle auf einem Grundstück, das ihm die Gemeinde Primstal überlassen hatte. Die Steine brachen die beiden Männer aus einem nahegelegenen Steinbruch. Der St. Wendeler Architekt Bernhard Sester hatte den Bauplan gezeichnet. Die Gemeinde unterstützte den Kapellenerbauer, der mehrere Millionen französische Franken dafür investierte. Den Verputz des kleinen Gotteshauses und das Ausstatten mit Bänken erlebte Nikolaus Loth noch. Nach kurzer Krankheit starb er am 15. März 1956 im Merziger Krankenhaus. Er war der erste Tote, der im Untergeschoss der Kapelle aufgebahrt wurde. Im Nachlass des Verstorbenen wurde ein handschriftlicher Entwurf über die Widmung des kleinen Gotteshauses gefunden. Er lautete: "Durch Gottes große Gnade und besondere Hilfe des hl. Josef hat diese Kapelle - zur Ehre des hl. Josef und zum Dank für die große väterliche Hilfe und den Schutz, die er mir in meinem Lebenskampfe und der ganzen Gemeinde Mettnich-Mühlfeld (Primstal) in den furchtbaren Weltkriegen zuteil werden ließ - von Grund auf erbaut." Der Raum unter der Kapelle diente der Gemeinde bis zum 26. April 1983 als Leichenhalle. Danach wurden die Toten in der neuen Friedhofskapelle aufgebahrt.Die Erben von Nikolaus Loth übergaben Grundstück und Kapelle der Gemeinde Primstal. Der Nonnweiler Amtsvorsteher Edmund Becker setzte sich dafür ein, dass die Kapelle weiter ausgestattet wurde. Aus der Rathener Kapelle wanderte der von dem Morscholzer Künstler Berger 1897 geschnitzte Altar für 160 000 Franken nach Primstal. Die beiden Holzfiguren auf dem Altar wurden von Studenten des Verstorbenen gestiftet. Der Primstaler Pastor Nikolaus Rupp segnete die Kapelle am 8. November 1957 ein. Die Leiche von Nikolaus Loth, die in der Gruft geruht hatte, wurde in eine Grabstätte umgebettet.Die Kapelle ist mit Gedenktafeln für die Gefallenen ausgestattet. Aus dem Jahre 1985 stammen die Statue des heiligen Josef und der Muttergottes von Banneux. Sie wurden von Arnold Aatz und von der Familie Zarth gestiftet. Viele Jahre pflegte Maria Jung die Kapelle. Seit 1985 tut dies Erika Zarth. Jeden Tag macht sie sich dorthin auf den Weg und schaut nach dem Rechten. An Allerheiligen und Allerseelen suchen besonders viele Menschen das Kirchlein zum stillen Gebet auf.