"ADHS Förderpreis" verliehen

Schwarzenbach. Im Saarbrücker Schloss fand die 4. Saarbrücker ADHS-Tagung statt. Die Veranstaltung befasste sich mit den sozialen Folgen der Erkrankung und widmete sich auch den Fragen, wie die Behandlung der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) in den verschiedenen Lebensabschnitten durchgeführt werden kann

Schwarzenbach. Im Saarbrücker Schloss fand die 4. Saarbrücker ADHS-Tagung statt. Die Veranstaltung befasste sich mit den sozialen Folgen der Erkrankung und widmete sich auch den Fragen, wie die Behandlung der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) in den verschiedenen Lebensabschnitten durchgeführt werden kann. Vor allem die Auswirkungen von ADHS auf Schule, Ausbildung und Beruf waren zentraler Inhalt der zahlreichen Vorträge. Während der Veranstaltung wurde zum zweiten Mal der "Saarländische ADHS Förderpreis" vergeben. Professor Michael Rösler überreichte an Hans-Dieter Feind, Psychologe und Sprecher des ADHS-Fachteams im Jugenddorf-Berufsbildungswerk, den mit 5000 Euro dotierten Preis. Dieser Preis wurde von Shire Deutschland GmbH mit Sitz in Berlin gestiftet. Auf Vorschlag eines Expertenteams, dem unter anderem Professor Manfred Döpfner, Universitätsklinik Köln und Professor Rösler, Uniklinikum Homburg, angehören, wurde der Preis zur Förderung innovativer Modellprojekte auf dem Gebiet der ADHS-Versorgung verliehen. In seiner Laudatio würdigte Rösler die Arbeit des ADHS-Fachteams im Jugenddorf-Berufsbildungswerk und stellte den Vorzeigecharakter des Teams, auch für andere Institutionen und Regionen heraus. Besonders die Durchführung vorberuflicher Bildungsmaßnahmen sowie interdisziplinäre Reha-Plan-Gespräche hob Rösler hervor, mit denen Betroffenen eine Hilfestellung beim Übergang in den Beruf gegeben wird. Insbesondere Letzteres sei ein Grundanliegen in der ADHS-Versorgung und ein Feld, das mehr Aufmerksamkeit verdiene. Das mit sieben Mitarbeitern - Arzt, Psychologe, Sozialpädagoge, Ausbilder und Berufsschullehrer - besetzte, multiprofessionelle Fachteam wurde für das gut durchdachte Konzept ausgezeichnet. Es erarbeitete einen ADHS Leitfaden für die berufliche und soziale Rehabilitation von ADHS betroffenen Jugendlichen und jungen Erwachsenen und betont das Vorgehen mit Auszubildenden in einer großen Ausbildungseinrichtung. Die 5000 Euro werden der Fortentwicklung der Arbeit mit den ADHS-Betroffenen Auszubildenden im Jugenddorf-Berufsbildungswerk zur Verfügung stehen. Im Jugenddorf-Berufsbildungswerk werden über 350 Jugendliche und junge Erwachsene mit einer Lern-, Körper- und/oder psychischen Behinderung in fast 30 Berufen ausgebildet. Die hohe Auftretenswahrscheinlichkeit der ADHS-Problematik, so Feind, zeigt sich auch im Jugenddorf-Berufsbildungswerk mit den vielen mit diesem Leiden verbundenen Einschränkungen im Ausbildungs- und Lebensalltag. Neben schulischen und beruflichen Problemen sind auch Partnerprobleme, Erziehungsschwierigkeiten, Unfallrisiken und forensische Risiken von Belang. Das Fachteam des Jugenddorf-Berufsbildungswerkes legt Wert auf eine gründliche Fortbildung aller pädagogisch tätigen Mitarbeiter. Betont wird stetig, dass ADHS-Betroffene nicht nur Schwächen, Störungen und Behinderungen haben. Sie haben auch Stärken, Vorteile und viel Liebenswertes. red