„Natürlich, mit Geschichte!“ Das bietet die neue Dauerausstellung im Keltenpark Otzenhausen

Otzenhausen · Der Keltenpark Otzenhausen ist um eine Attraktion reicher: Eine Ausstellung erklärt unter anderem die Geschichte des Ortes.

Ein Blick in die neue Dauerausstellung im Keltenpark.

Ein Blick in die neue Dauerausstellung im Keltenpark.

Foto: Frank Faber

Der Besucher vernimmt leise Geräusche. Der Wald ruft, Vogelgezwitscher ertönt und kündigt einen Menschen an. Vorhänge wie mit Tarnfarben versehen stellen die Szenerie eines bewachsenen und dunklen Urwaldes dar, und Tische nehmen die Gestalt von Gesteinsbrocken wie vor mehr als 2000 Jahren auf dem keltischen Ringwall in Otzenhausen an. Und das alles unter dem Dach des imposanten Gebäudes des Nationalpark-Tores.

Am vergangenen Freitag ist im Keltenpark in Otzenhausen die Dauerausstellung „Natürlich, mit Geschichte!“ im 300 Quadratmeter großen Saal eröffnet worden. „Deren Fertigstellung ist das letzte große Projekt. Nach der bautechnischen Phase wechseln wir jetzt in den Betriebsmodus“, freut sich der Nonnweiler Bürgermeister Franz Josef Barth (von SPD unterstützt), der zudem als Vorsteher des Zweckverbandes Nationalpark-Tor-Keltenpark fungiert.

Gekoppelt an den Bau des Besucherzentrums hat sich das Planungsbüro BOK & Gärtner aus Münster drei Jahre lang mit der Planung und Umsetzung der Ausstellung auseinandergesetzt. „Für uns stand immer im Mittelpunkt, wie können wir dieses Thema zeigen?“, berichtet deren Geschäftsführer Christian Koch. Dabei geht es um die Entwicklung im Hunsrück-Hochwald im Lauf der Geschichte, Fauna und Flora, die keltische Geschichte der Region, die Eisenindustrie und die Nationalpark-Konzepte.

Die Besucher interessierten sich für die neuen Schaukästen in der Ausstellung.

Die Besucher interessierten sich für die neuen Schaukästen in der Ausstellung.

Foto: Frank Faber

„Das haben wir in Balance gebracht und schlüssig vereint. Die Ausstellung ist in einen Prolog mit fünf Sektionen aufgeteilt“, sagt Geschäftsführer Koch weiter. Der Besucher wird darin auf eine Zeitreise geschickt, die vor ein paar Tausend Jahren mit dem Blick auf die heutige Zeit startet. Sie zeigt, dass die frühen Kelten ein Kulturvolk waren. „Es sind keine Originalfunde, sondern Rekonstruktionen, wie sie früher einmal ausgesehen haben“, erklärt Ausstellungskurator Michael Koch.

Präsentiert wird unter anderem die Goldschale von Schwarzenbach, Werkzeuge, Materialien oder keltisches Kunsthandwerk, welches die Region Hunsrück-Hoch widerspiegelt. Mit Beginn der früh- und neuzeitlichen Eisenzeit im Hunsrück ist es mit der Ruhe vorbei. Hammerschläge hallen durch den Wald, den der Mensch verändert. Dazu lassen sich an Stationen Infotafeln aufklappen, per Knopfdruck röhrt ein Hirsch und Exponate können mit dem Finger erkundet werden und animieren den Besucher, interaktiv tätig zu werden. Die Dauerausstellung geht auf die Auswirkungen der Kulturgeschichte ein und verdeutlicht, wie sich das Landschaftsbild der Region verändert hat. „Die Ausstellung dient als atmosphärisch-spielerischer und lehrreicher Auftakt für den Besuch des Nationalparks, des Ringwalls und des Keltendorfs“, fasst Planungsbüro-Geschäftsführer Koch die Idee zusammen.

Bürgermeister Barth blickt noch einmal auf die Bauphase zurück. „Der Bau des Besucherzentrums war eine besondere Herausforderung und nicht minder die Konzeptionierung, Gestaltung und Umsetzung der Ausstellung“, sagt er. Deren Eröffnung ist gleichzeitig der Saisonstart, und am Samstag und Sonntag hat der Freundeskreis keltischer Ringwall im Keltendorf die alte Handwerkskunst praktisch vorgeführt.

Die Mitarbeiter des Nationalparktores bieten in Kooperation mit der Gemeinde Nonnweiler rund 100 Veranstaltungen wie Führungen oder Besichtigungen des keltischen Ringwalls sowie Vorlesungen und pädagogische Treffen an. „Jetzt gilt es, die Belebung dieses Ortes zu organisieren und dafür auch die jüngeren Generationen zu gewinnen“, sagt der St. Wendeler Landrat Udo Recktenwald (CDU). Er stellt besonders die ökologische, kulturhistorische und touristische Komponente des Keltenparks innerhalb des Landkreises heraus.

Insgesamt betragen die Kosten für die Dauerausstellung 740 000 Euro. 250 000 Euro hat die Deutsche Bundesstiftung Umwelt beigesteuert, das saarländische Umweltministerium 260 000 Euro und 230 000 der Zweckverband Nationalparktor.

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