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Rallye: Lokalmatador Hanno Brocker wird kurz vor dem Ziel abgefangen

Rallye : Noller gewinnt die Rallye Kohle & Stahl

Heimlich, still und leise haben die Veranstalter die 32. Auflage der Rallye „Kohle & Stahl“ vorbereitet. Unter Ausschluss der Öffentlichkeit ging sie auch über die Bühne – dank der röhrenden Boliden allerdings etwas weniger still und leise.

So mancher Spaziergänger rund um Freisen staunte am Samstag nicht schlecht. Der übliche Weg war mit Flatterband abgesperrt, Männer und Frauen in gelben Westen trugen Sorge dafür, dass niemand weiterging – und von ferne dröhnten Motoren. Nach sechsmonatiger Corona-Zwangspause traf sich die nationale Rallye-Elite am vergangenen Wochenende bei der 32. ADAC Rallye Kohle & Stahl.

Bei der Rallye waren keine Besucher erlaubt, deshalb hatten die Veranstalter vom MSC Obere Nahe die Öffentlichkeit im Vorfeld auch nicht informiert. Die reagierte ungläubig, sind doch seit Corona so gut wie alle Rallye-Veranstaltungen abgesagt. Und nicht jeder zeigte Verständnis dafür, dass der samstägliche Spaziergang nun abrupt eine andere Wendung nehmen musste.

Die Rallye-Piloten hingegen waren froh, nach der langen Corona-Pause endlich wieder Gas geben zu können. Mehr als 150 Teilnehmer aus dem gesamten Bundesgebiet zeigten spektakulären Motorsport – leider ohne Zuschauer vor Ort.

Für den MSC Obere Nahe war es nicht leicht, im Vorfeld die Behörden für eine Genehmigung der Veranstaltung zu überzeugen. Drei jeweils doppelt zu befahrende Wertungsprüfungen (Rundkurs Mosberger-Dreieck, Füsselberg und Rundkurs Windpark) ergaben knapp 61 Kilometer auf Bestzeit bei nur 140 Kilometern Gesamtstreckenlänge. Trotz des riesigen Teilnehmerfeldes lief die Veranstaltung fast pünktlich ab und es gab keine größeren Vorkommnisse zu vermelden. Der ADAC zog am Ende zufrieden Bilanz. „Die Realisierung ,Rallye pur für den Sport’ funktionierte – auch ganz ohne Außenwerbung und trotz Durchführung hinter verschlossenen Toren.“

Am Start war das stärkste Teilnehmerfeld seit langem. Ein Großteil der nationalen Rallye-Elite versammelte sich zum Schlagabtausch rund um Freisen. Dementsprechend hart umkämpft war der Sieg und die Piloten gingen mit ihren Boliden bis an und teilweise über die Grenzen hinaus. Mit einer Serie von Bestzeiten starteten die Brüder Kai und Tim Otterbach im BMW M3 E36 und führten die Rallye mit fast 18 Sekunden Vorsprung auf die Lokalmatadore Hanno Brocker/Sabrina Woll an.

Kurz vor dem Ziel der vierten Wertungsprüfung „Mosberger Dreieck II“ verpassten die führenden BMW-Piloten dann aber den Bremspunkt, beschädigten sich beim Ritt durch einen Graben den rechten Querlenker – und waren aus dem Rennen. „Diese Aktion war völlig unnötig“, ärgerte sich Kai im Ziel über seinen kleinen Fehler mit großer Wirkung, „der Schaden hält sich in Grenzen.“

Rainer Noller fand mit einer Bestzeit seinen Rhythmus und fuhr fortan Attacke. Im Endspurt gelang ihm der Sprung an die Spitze, Hanno Brocker musste sich wegen nachlassender Reifen mit dem zweiten Platz begnügen. Damit feierte der Seriensieger zwei Tage vor seinem 50. Geburtstag einen seiner größten Erfolge. Patrik Dinkel aus der Nähe von Coburg und Tamara Lutz im Mitsubishi Lancer Evo 9 RS vervollständigten das Siegerpodium. Als zweitbester Saarländer fuhr der Marpinger Steven Gisch mit Co-Pilot Alexander Rath in seinem Mitsubishi Lancer Evo IX auf Rang acht.

In Führung liegend verpassten die Otterbach-Brüder Kai und Tim  den Bremspunkt und schieden nach diesem Abflug auf WP 4 aus. Foto: Dörrenbächer

Alle Infos zur Saarländischen Rallye-Meisterschaft auf adac-saarland.de